Nach der Kritik von Diskus-Olympiasieger Robert Harting an der Förderung im deutschen Sport hat Thomas Bach eine Antwort vom neuen Sportler des Jahres angemahnt.

Der DOSB-Präsident bedauerte, dass Harting noch keine Zeit gefunden habe. "Robert Harting hat das Diskuswerfen durch seine Erfolge auf die Agenda gesetzt und viele Menschen begeistert. Wir begrüßen immer, wenn sich Athleten Gedanken machen über den eigenen Wettkampf hinaus", sagt Bach.

Er macht deutlich: "Michael Vesper hat mit ihm ein Gespräch geführt, ich habe ihm am 26. Oktober eine Email mit der Anlage einer Rede geschickt, in der die Förderpolitik dargestellt ist, und ihn um Fragen und Anregungen gebeten. Leider hat er bis heute noch nicht die Zeit gefunden, darauf zu antworten. Ich hoffe, dass dies noch erfolgt."

Bach mutmaßt: "Anscheinend drehen sich seine Gedanken vornehmlich um die individuelle Athletenförderung, wie zum Beisspiel finanzielle Leistungen oder Prämien; dafür ist die vom DOSB unabhängige Stiftung Deutsche Sporthilfe zuständig."

Harting hatte nach seiner Wahl zum Sportler des Jahres in Baden-Baden das Kommunikationsproblem als genau konträr dargestellt: "Ich will nicht mehr länger gegen eine Wand reden, die nicht antwortet", sagte der 28-Jährige.

Er beklagte: "DOSB-Präsident Thomas Bach interessiert sich nicht dafür, warum man kritisiert, er stempelt alles als polemisch ab. Darum arbeitete ich mit einem Unternehmer, der Geld und Ideen hat, an einem neuen Fördermodell. Es läuft über die Politik. Es ist sicher nicht einfach zu realisieren. Es gibt da ein paar knifflige Punkte. Aber ich hoffe, dass es im Frühjahr auf starken Beinen steht."

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