Die Bundesregierung will das Arzneimittelgesetz und damit den Kampf gegen Doping verschärfen. Das Kabinett beschloss am Mittwoch einen Gesetzentwurf, demzufolge nicht nur der Besitz nicht geringer Mengen Dopingmittel, sondern auch deren Erwerb strafbar sein soll.

Der Gesetzentwurf bedarf laut Gesundheitsministerium nicht der Zustimmung des Bundesrates und soll noch vor der parlamentarischen Sommerpause vom Deutschen Bundestag beschlossen werden. Im Juli 2013 könnte das Gesetz in Kraft treten.

"Zur weiteren Verbesserung der Bekämpfung des Dopings im Sport soll neben das bereits bestehende Besitzverbot für Dopingmittel ein Erwerbsverbot treten. Diese Änderung ergänzt das Instrumentarium zur Bekämpfung des Dopings. Sie ermöglicht eine noch effektivere Strafverfolgung im Bereich der Besitzverbotsregelung", sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP).

"Doping ist ein ernsthaftes Problem im Profisport - das wissen wir nicht erst seit den aufsehenerregenden Geständnissen bekannter Sportler", sagte Stickelberger am Mittwoch in Stuttgart: "Nach der aktuellen Rechtslage bleiben die gedopten Sportler von der strafrechtlichen Dopingbekämpfung aber weitgehend unbehelligt."

Zudem sieht der Entwurf vor, dass der Erwerb bestimmter Dopingmittel und der Handel mit den Produkten unter Strafe gestellt werden. Darüber hinaus wird bei einem Verstoß gegen das Arzneimittelmittelgesetz die Anhebung der Höchststrafe von drei auf fünf Jahre gefordert.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ist gegen ein Anti-Doping-Gesetz. DOSB-Generaldirektor Michael Vesper sieht in den unterschiedlichen Grundausrichtungen des Straf- und der Sportgerichtsbarkeit Konfliktpotenzial.

"Das Nebeneinander beider Gerichtsbarkeiten ist ein Risiko für die Effektivität der Sportgerichtsbarkeit", hatte Vesper Mitte März auf einer Podiumsdiskussion in Stuttgart gesagt.

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