Die deutschen Anti-Doping-Kämpfer sehen die von der Welt-Anti-Doping-Agentur angedachte Vierjahressperre für erwischte Sünder kritisch. "Eine solche Sperre ist schwer mit deutschem Recht vereinbar", sagte Lars Mortsiefer, Justitiar der Nationalen Anti Doping Agentur, vor dem Sportausschuss des Deutschen Bundestages.

Problematisch sei bei der neuen Dauer der Sperre vor allem die Frage nach der Verhältnismäßigkeit und, ob eine solche Sperre einem Berufsverbot gleichkomme. Derzeit wird der aktuelle WADA-Code überarbeitet und soll in einer Neufassung im November beschlossen werden. In Kraft wird er voraussichtlich am 1. Januar 2015 treten.

Zuvor hatte WADA-Justiziar Olivier Niggli den derzeitigen Stand der Beratungen vorgestellt. Unter anderem sollen die Sanktionen für Dopingsünder flexibler gestaltet werden. Bislang war eine

Dopingsperre von mehr als zwei Jahren nur unter besonderen Voraussetzungen möglich.

"Wenn man als Anwalt seinen Mandanten bestiehlt, kann es auch sein, dass man nicht mehr in dem Beruf arbeiten darf", entgegnete Niggli: "Es ist dann doch nicht generell verboten, in der Gesellschaft zu arbeiten."

Die NADA-Vorsitzende Andrea Gotzmann erinnerte dagegen auch an den Doping-Fall Katrin Krabbe. Nach einem mehrjährigen Prozessmarathon hatte das Gericht geurteilt, dass eine mehr als zweijährige Dopingsperre das Grundrecht auf Berufsfreiheit einschränke.

Krabbe wurde Schadenersatz in Höhe von 1,5 Millionen Mark zugesprochen.

Ebenfalls problematisch sieht die NADA die Vereinbarung des neuen WADA-Regelwerks mit dem deutschen Datenschutzrecht. Gotzmann kritiserte zudem, dass die Dauer, in der die verpassten Tests eines Sportlers gespeichert werden von 18 auf 12 Monaten verkürzt werden soll.

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