Gegen alle Widerstände will die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA die Vierjahres-Sperre für schwere Dopingdelikte durchsetzen.

Gleichzeitig sollen Trainer und Betreuer künftig stärker bestraft werden können. Darin waren sich die WADA-Spitzenfunktionäre am Wochenende bei ihrer Tagung in Montreal/Kanada einig.

Beschlossen werden soll der erweiterte Anti-Doping-Code bei der WADA-Weltkonferenz vom 12. bis 15. November in Johannesburg.

Die deutschen Anti-Doping-Kämpfer sehen die Vierjahres-Sperre kritisch.

"Eine solche Sperre ist schwer mit deutschem Recht vereinbar", hatte Lars Mortsiefer, Justiziar der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA), vor dem Sportausschuss des Deutschen Bundestages gesagt.

Problematisch seien bei der neuen Dauer der Sperre vor allem die Fragen nach der Verhältnismäßigkeit und danach, ob eine solche Sperre einem Berufsverbot gleichkomme.

Im Fall der früheren Sprint-Weltmeisterin Katrin Krabbe hatte das Landgericht München 2001 festgestellt, dass eine mehr als zweijährige Sperre ein Verstoß gegen das Grundrecht auf Berufsfreiheit sei.

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF, der 1993 die Suspendierung der Neubrandenburgerin wegen Medikamentenmissbrauchs verlängert hatte, wurde damals auf Schadenersatz in Höhe von 1,2 Millionen D-Mark verurteilt.

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