Anderthalb Wochen vor der Wahl des IOC-Präsidenten will die Ethikkommission drei Monate alte TV-Äußerungen von Spitzenfunktionär Scheich Ahmad al-Sabah prüfen.

Das einflussreiche IOC-Mitglied aus Kuwait hatte sich in einem Beitrag der ARD-Sendung "Monitor" vom Donnerstag offen als Unterstützer der Kandidatur von Thomas Bach präsentiert.

Ein öffentliches Werben für einen der sechs Kandidaten verstößt gegen IOC-Regeln.

Das IOC habe den Bericht des Senders angefordert und wolle sich noch in dieser Woche mit der Causa beschäftigen, teilte die Organisation am Sonntag auf dpa-Anfrage mit.

Zuvor hatte dies die "Süddeutsche Zeitung" berichtet.

Es wird damit gerechnet, dass das Gremium al-Sabah auf bestehende Regeln hinweist. Eine weitere Sanktion ist nicht zu erwarten.

Die Aussagen seien bereits Ende Mai am Rande des Sportkongresses SportAccord in St. Petersburg in Unkenntnis der IOC-Bestimmungen gefallen und seien dann in Kenntnis der IOC-Regeln nach Absprache mit den Autoren des Beitrags zurückgezogen worden, erklärte ein Vertreter des Scheichs.

Dieser Darstellung widerspricht der WDR. "Die Behauptung, Scheich Ahmad al-Sabah habe das Interview zurückgezogen, ist schlichtweg falsch", sagte eine WDR-Sprecherin am Sonntag.

Die Wahl findet am 10. September in Buenos Aires statt.

Bach ist Präsident des Deutschen Olympischen Sportbunds DOSB und IOC-Vize einer von sechs Kandidaten.

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