Acht Tage vor der Wahl des neuen IOC-Präsidenten hat sich einer der Konkurrenten von Thomas Bach im Kampf um das höchste Amt im Weltsport zu Wort gemeldet.

"Unser nächster Präsident muss die Werte von Olympia verkörpern und durch sein Beispiel vorangehen", sagte Multimillionär Ng Ser Miang aus Singapur im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung".

Hintergrund dieser Aussage ist das umstrittene Interview des kuwaitischen Scheichs und IOC-Mitglieds Al-Sabah, ausgestrahlt in der vergangenen Woche in der WDR-Sendung "Monitor".

In diesem Interview hatte sich Al-Sabah als Unterstützer Bachs geoutet und damit gegen die Ethik-Regeln des IOC verstoßen.

Nach Informationen der "SZ" untersucht die IOC-Ethikkommission derzeit den Vorgang.

"Es ist Sache der IOC-Ethikkommission, sich mit den Regelverstößen von Kandidaten und/oder IOC-Mitgliedern zu beschäftigen", sagte der 64-jährige Ng der "SZ".

Allerdings verstehe sich das IOC gemäß Paragraf eins der Olympischen Charta als höchste Autorität der olympischen Bewegung, und um diese Rolle auszufüllen, "brauchen wir einen Präsidenten von höchster Integrität, der unabhängig ist, frei von jeglichem Einfluss von außen und frei von Vorwürfen".

Nach Angaben eines DOSB-Sprechers hat Al-Sabah das Interview zwischenzeitlich zurückgezogen, weil er sich der Ethik-Regel nicht bewusst gewesen sei. Der WDR erklärte dagegen, die Darstellung, Al-Sabah habe das Interview zurückgezogen, sei "schlichtweg falsch".

Der Schweizer Denis Oswald, bei der Präsidentenwahl am 10. September in Buenos Aires einer von fünf Konkurrenten Bachs, hatte den Vorgang bereits vor Ng kritisiert. "Wenn es stimmt, ist das nicht unbedingt das, was ich unter Demokratie verstehe", hatte Oswald der Süddeutschen Zeitung gesagt. Er bestätigte auch, dass eine derartige Unterstützung "ein Vorteil" für Bach sei. Der Scheich, Präsident der Vereinigung aller Nationalen Olympischen Komitees (ANOC), habe "viel Einfluss auf die olympischen Komitees".

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