Die Doping-Aufarbeitung geht weiter: Nach dem Wirbel um die Studie über "Doping in Deutschland von 1950 bis heute" hat Thomas Bach in einer seiner letzten Amtshandlungen als DOSB-Präsident erklärt, es stehe außer Frage, dass die Bearbeitung des Zeitraums 1990 bis 2007 nachgeholt werde.

In einem Brief an die Initiative "Wir gegen Doping" erklärte der inzwischen als Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Lausanne wirkende Jurist: "Im Übrigen steht für uns außer Frage, dass die Bearbeitung des - entgegen der Beauftragung von der Berliner Forschungsgruppe nicht abgedeckten - Untersuchungszeitraums von 1990 bis 2007 nachgeholt werden sollte."

Bach ließ wissen: "Auch das Bundesinstitut für Sportwissenschaft hat bereits signalisiert, dass es einem solchen Anliegen durchaus positiv gegenüber steht. Allerdings müsste der Auftrag dann erneut ausgeschrieben werden."

"Ich war spontan erfreut, dass Thomas Bach zusagte, unser generelles Anliegen seinem Nachfolger nahezulegen, und dass er auch als IOC-Präsident dieses Thema angehen will", sagt Claudia Lepping, die zu den 20 erfolgreichen Sportlern aus fünf Jahrzehnten zählt, die den Brief unterschrieben hatten.

Vor allem erfreute Lepping, einst erfolgreiche Sprinterin und heute politische Journalistin in Berlin, dass auch die jüngste deutsche Doping-Vergangenheit von 1990 bis 2007 noch in die Studie einbezogen werden soll.

Ähnlich äußerte sich Heidi Schüller, 1972 bei Olympia in München Sprecherin des Eides der Athleten und Mitglied der Initiative. Sie meinte außerdem: "Wir werden das Wirken von Thomas Bach als IOC-Präsident in den Glaubwürdigkeitstest einbeziehen."

In ihrem Brief baten die Athleten das DOSB-Präsidium, im Interesse des deutschen Sports umfassende Lehren aus der Studie "Doping in Deutschland von 1950 bis heute" zu ziehen.

Unter ihnen befinden sich die Ex-Schwimm-Weltmeister Antje Buschschulte, Handballer Johannes Bitter, der frühere 800-m-Europameister Franz-Josef Kemper, dessen Leichtathletik-Kollegin Sylvia Schenk sowie Buchautorin Brigitte Berendonk ("Doping - von der Forschung zum Betrug").

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