Richard Pound, Gründungspräsident der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA, hat das mangelhafte Interesse an der Doping-Arbeit in Deutschland kritisiert.

Vor allem die Kürzung von Geldern bei der Nationalen Anti Doping Agentur sei ein Beleg dafür.

"Die deutsche NADA war ohnehin nicht besonders gut ausgestattet. Wenn eine armselig finanzierte Agentur weiter beschränkt wird, ist das ein Zeichen, dass niemand an einem ernsthaften Kampf gegen Doping interessiert ist", sagte der Kanadier der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Die NADA hatte in der vergangenen Woche Alarm geschlagen, weil ihre Finanzierung für das Jahr 2014 noch immer nicht gesichert sei.

Der NADA drohe dadurch "ein Verlust des Know-hows und der Erfahrung aus mehr als 10 Jahren", erklärte die Agentur und folgerte: "Dies wäre angesichts der weiterhin großen Herausforderungen im Anti-Doping-Kampf fatal für den gesellschaftlichen Auftrag der Stiftung."

Die NADA basiert auf einem unabhängigen Finanzierungssystem aus Wirtschaft, Sportverbänden, Bund und Ländern.

"Dieses Stakeholdermodell funktioniert nicht mehr. Bisher ist für 2014 ausschließlich die Unterstützung durch die Verbände und - in Teilen - durch den Bund gesichert", beklagt die Agentur. Ein Rückgang der operativen Mittel der NADA um rund 20 Prozent sei derzeit absehbar.

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