vergrößernverkleinern
Der 21-jährige Hülkenberg schnupperte bereits bei Testfahrten in Barcelona Formel-1-Luft © getty

Nico Hülkenberg versucht sich in der GP2-Serie zu etablieren und so einen begehrten Platz in einem Formel-1-Cockpit zu bekommen.

Barcelona - Er hat denselben Manager wie Rekordchampion Michael Schumacher, denselben Vornamen wie sein Williams-Kollege Nico Rosberg und dasselbe Ziel wie einst Timo Glock:

Nico Hülkenberg will mit dem Titelgewinn in der GP2-Serie den letzten Schritt vom Formel-1-Testfahrer zum Stammpiloten machen.

"Ich traue ihm das auf jeden Fall zu und sehe ihn nächstes Jahr in einem Formel-1-Auto. Er hat das Potenzial, dass er da mitfahren kann", sagte Willi Weber vor dem Großen Preis von Spanien in Barcelona, in dessen Rahmenprogramm am Samstag auch die neue GP2-Saison beginnt.

"Wer will nicht in die Formel 1?"

Hülkenberg selbst ist mit seiner Einschätzung noch vorsichtiger als sein Manager. "Das ist schön, wenn er mich da sieht. Ich sehe mich da erst, wenn ich auch drinsitze", sagte der 21-Jährige, unterstrich allerdings auch seine Ambitionen:

"Wer will nicht in die Formel 1? Ich will auch in die Formel 1, wenns geht, im nächsten Jahr. Aber das hängt immer stark von den Erfolgen ab, die man einfährt. Darum muss ich erstmal dieses Jahr hinter mich bringen, und dann wird sich das schon ergeben - oder auch nicht."

Erfolgreicher Nachwuchsfahrer

Bislang hat sich für Hülkenberg, der 2010 der sechste Deutsche in der Königsklasse sein könnte, in seiner jungen Karriere noch alles ergeben, was er angepackt hat.

Nach dem Gewinn der Formel BMW 2005 führte im Winter 2006/07 Webers deutsches Team zum Gesamtsieg in der A1-Serie. 2008 holte er den Titel in der Formel-3-Euroserie und war bereits als Formel-1-Testfahrer für Rosbergs Williams-Team im Einsatz.

Parallelen zu Schumacher

Hülkenberg erinnert Weber in vielen Dingen an Schumacher. "Mit seinem Ehrgeiz, seiner Konsequenz, seiner Arbeitseinstellung", lobt der Schwabe: "Michael bleibt einmalig, aber an Nico fallen mir so viele Dinge auf, die ein Vollblut-Racer mitbringen muss. Auch eine große Portion Egoismus. Es macht großen Spaß mit ihm zu arbeiten."

Für Hülkenberg hat Weber sogar seinen Manager-Ruhestand aufgeben. "Ich wollte diesem Jungen eine Chance geben", sagte der Schwabe, der von einem Schützling im engen Feld der GP2 erwartet, "dass er sich für höhere Aufgaben empfiehlt".

Formel 1 schon fest im Blick

In der Vorbereitung war Hülkenberg schon sehr konsequent. In der GP2 Asia fuhr er sogar in Bahrain und Katar vier Rennen, in denen er eine Pole Position, einen Sieg und einen dritten Platz verbuchte. Im Qualifying am Freitag fuhr er auf Startplatz vier.

"Ich hätte mich auch bereit gefühlt, direkt aus der Formel-3-Euroserie in die Formel 1 zu gehen, aber diese Möglichkeit hat sich nicht ergeben", sagte Hülkenberg, der in der väterlichen Firma eine Ausbildung zum Speditionskaufmann gemacht hat.

"Deshalb ist die GP2 die beste Alternative, weil man hier noch einmal viel lernen kann. Es ist eine hart umkämpfte Serie."

Auf den Spuren von Timo Glock

2007 hatte Glock den GP2-Titel gewonnen und sich damit für den Formel-1-Vertrag bei Toyota empfohlen. Für Hülkenberg wäre ein ähnlicher Werdegang ideal: "Aber ich glaube, man muss nicht unbedingt Meister werden, um in die Formel 1 zu kommen. Man muss konstant gute Leistungen bringen, sich empfehlen und gute Rennen zeigen."

Vor allem die Rennpraxis ist ihm wichtig, da er wegen des Testverbots in der Formel 1 während der Saison ansonsten quasi arbeitslos wäre. "Wenn man als Rennfahrer mehrere Monate oder ein Jahr nicht fahren kann, dann rostet man ein", sagt er: "Nur Testfahrer zu sein, in der Box zu stehen und mit in die Briefings zu gehen, ist nicht ausreichend."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel