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Sven Hannawald gewann 2002 und 2003 den Gesamtweltcup der Skispringer © imago

Ende einer Leidenszeit: Der ehemalige Skisprung-König verleiht dem GT Masters Promi-Glanz und kommt in hübscher Begleitung.

München - Der ehemalige König der Lüfte ist auf dem Asphalt gelandet: Skisprung-Olympiasieger Sven Hannawald bastelt weiter fleißig an seiner Karriere als Rennfahrer.

Der 34-Jährige ist am Wochenende beim ADAC GT Masters im Rahmen des legendären 1000-km-Rennens auf dem Nürburgring einer der prominentesten Starter.

Hannawald fährt gemeinsam mit der hübschen Schweizerin Cyndie Allemann (23) einen Porsche 911. Beide bilden das erste Mixed-Team beim GT Masters überhaupt.

Schwärmen vom 420-PS-Boliden

Für Hannawald endet in der Eifel eine längere Leidenszeit ohne Motorsport. Im Frühjahr musste er sich einer Fußoperation unterziehen und deshalb eine Zwangspause einlegen.

"Es ist toll, jetzt am Nürburgring endlich wieder Gas zu geben. Meiner Teamkollegin kann ich zwar noch nicht ganz so viele Tipps im Umgang mit dem Porsche geben, aber wir werden sicherlich ein tolles Wochenende haben", sagte Hannawald.

Über den mehr als 420 PS-starken Porsche mit der Startnummer 27 sagt Hannawald: "Das ist das tollste Auto, das ich jemals gefahren bin."

Rücktritt wegen des Burn-Out-Syndroms

Für Hannawald, der in der Saison 2001/2002 als erster und bisher einziger Skispringer die Vierschanzentournee mit Siegen in allen vier Wettbewerben gewann, steht bei seinen Starts im ADAC GT Masters der Spaß im Vordergrund: "Für mich ist der Motorsport momentan ein reines Hobby. Ich genieße jede Sekunde im Rennfahrzeug."

Dennoch betreibt Hannawald Motorsport mit großem Engagement: "Als ehemaliger Leistungssportler entwickelt man unweigerlich sehr schnell großen Ehrgeiz. Manchmal muss ich mich im Rennauto schon etwas zügeln, um mich nicht in eine gefährliche Situation zu bringen."

Seinen Rücktritt vom Skisport hatte Hannawald 2005 erklärt. Er litt damals am Burn-out-Syndrom und wollte nicht länger mit all dem Druck umgehen müssen. Einige Monate danach entdeckte er allerdings seine Liebe zum Motorsport.

2008 mit Bob-Idol Langen

Beim DTM-Finale in Hockenheim gab der Skispringer im Seat-Cup sein Debüt als Rennfahrer. Mit den Plätzen 19 und 16 unter insgesamt 27 Teilnehmern zog er sich achtbar aus der Affäre.

Zu Saisonbeginn 2008 bildete Hannawald dann mit dem Bob-Idol Christoph Langen ein Porsche-Duo im GT-Masters.

Doch noch läuft es für Hannawald im Rennauto noch nicht ganz so rund wie erhofft. "Als ehemaliger Profi kommt man irgendwann an den Punkt, wo man erkennt, dass man nicht überall Weltklasse sein kann", sagt der ehemalige Spitzensportler.

Bloß nicht wieder unter Druck

Der Start im ADAC-GT-Masters sei deshalb eine riesige Herausforderung für ihn.

Unter Druck setzen will sich Hannawald aber nicht mehr, das hat er aus seiner Zeit als Skispringer jedenfalls gelernt. "Wenn ich nicht um die Podestplätze mitfahren kann, dann tröstet mich die Erkenntnis, dass Michael Schumacher auf der Schanze vermutlich genauso viele Eingewöhnungsprobleme hätte wie ich auf der Rennstrecke", sagte der 34-Jährige.

Dennoch sei er immer noch nervös, wenn die Startampel auf Grün schaltet. "Der Motorsport ist für mich ein Kick wie das Skispringen. Der Start ist hier wie dort Adrenalin pur", sagt Hannawald.

Von einer technischen Sportart zur nächsten

Was ihm den Umstieg in den Rennsport anfangs sehr erleichtert habe, war die Tatsache, dass er aus einer technischen Sportart gekommen sei.

"Als Skispringer wird man von Kindesbeinen an auf das Umsetzen von Daten in sportliche Performance trainiert. Das hilft mir beispielsweise bei der Kommunikation mit meinen Renningenieuren sehr", sagt Hannawald.

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