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Timo Scheider startete im Jahr 2000 seine DTM-Karriere bei Opel © getty

Im zweiten Teil des Sport1.de-Interviews spricht Timo Scheider über das Reifendrama in Dijon und warum er BMW gern in der DTM sähe.

Von Sebastian Binder

München - Das DTM-Rennen in Hockenheim (So., ab 14 Uhr LIVE) wird die Meisterschaftsenscheidung bringen.

Im zweiten Teil des Sport1.de-Interviewsspricht Titelfavorit Timo Scheider über Audis Reifenprobleme in Dijon.

Zudem betont er, dass ein dritter Hersteller der Tourenwagen-Serie mehr als gut tun würde.

Sein persönliches Saison-Fazit fällt verständlicherweise sehr positiv aus. (DATENCENTER: Alle News zur DTM)

Sport1.de: In Dijon hatten vier Audis einen Reifenschaden zu beklagen, unter anderem auch Sie. Haben Sie die Ursachen dafür gefunden und das Problem beheben können?

Scheider: Ich sage einmal "Jein". Die Analyse mit Dunlop hat ergeben, dass wir eine Überbelastung hatten, und der Reifen deswegen kaputt gegangen ist. Allerdings konnten wir noch nicht wirklich erklären, warum es passiert ist. Im Warm-Up am Morgen sind wir die gleichen Rundenzeiten wie im Rennen gefahren. Nach dem Warm-Up sagte uns Dunlop, dass es keinerlei Probleme mit dem Reifen gibt. Wir waren zu 100 Prozent sicher, dass für uns alles gut läuft. Dann hatten wir im Rennen vier Reifenschäden plus den Plattfuß von Martin Tomczyk. Das hat uns natürlich geschockt. Bis jetzt haben wir und Dunlop noch keine wirkliche Antwort darauf gefunden.

Sport1.de: Es gibt für das Jahr 2010 einen Entwicklungsstopp. Begrüßen Sie diese Maßnahme?

Scheider: Ja. Letztendlich geht es darum, auch in wirtschaftlicher Sicht das Beste herauszuholen. Die Hersteller haben hier eine sehr gute Lösung gefunden. Es können Kosten von 30 bis 40 Prozent eingespart werden. Das hilft der DTM. Wir wollen alle noch lange guten Motorsport abliefern, deswegen musste auch in dieser Hinsicht einmal ein Zeichen gesetzt werden.

Seien wir doch einmal ehrlich: Ob wir jetzt zwei oder drei Zehntel schneller fahren, das sieht nicht einmal der Experte. Der Fan nimmt es auch nicht wahr, denn der misst das Rennen am guten Motorsport, den er geboten bekommt.

Sport1.de: Fans beklagen seit Jahren die mangelnde Herstellervielfalt in der DTM. Fanden Sie es schade, dass sich BMW gegen einen DTM-Einstieg entschieden hat?

Scheider: Wir müssen auch hier ehrlich darüber reden. Fakt ist, dass uns ein dritter Hersteller in der DTM sehr gut tun würde. Man muss aber an dieser Stelle einmal etwas richtig stellen: Jeder hat geschrieben, dass sich BMW gegen einen Einstieg entschieden hätte. Das ist nur bedingt korrekt. Nicht jeder kannte die Hintergründe. Da ist einiges verkürzt widergegeben worden. Es macht für keinen Hersteller Sinn, 2010 in die DTM zu kommen, wenn es im Jahr 2011 ein völlig neues Reglement geben wird.

Das neue Reglement ist komplett überarbeitet, steht auf einer ganz anderen Basis. Bei mir gibt es deshalb durchaus noch die gute Hoffnung, dass es dann für 2011 Raum für weitere Hersteller gibt. Ein weiterer Premiumhersteller wie BMW würde perfekt in die DTM passen.

Sport1.de: Wie sieht Ihre persönliche Bilanz für die Saison 2009 aus?

Scheider: Die Saison hat für mich etwas holprig angefangen. Ich bin am Anfang nicht richtig zurecht gekommen. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich alles aus dem Auto mit den neuen Updates herausholen konnte. Ab der Mitte der Saison hat es dann sehr gut funktioniert. Mit dem Rennen in Oschersleben ist schließlich der Knoten geplatzt. Mittlerweile sind wir an einem sehr guten Punkt angelangt, worüber ich sehr froh bin. Wenn man die letzten Rennen sieht, dann bekommt man ein klares Bild davon, wie gut die Performance war. Jetzt ist es einfach ein schönes Gefühl, wieder um den Titel zu kämpfen. Denn das zeigt vor allem auch, wie stark wir als Team sind.

Sport1.de: Gibt es schon Pläne für die Zeit nach dem Saisonfinale?

Scheider: Audi hat da schon einige Termine für mich in der Pipeline. Das werden hoffentlich noch mehr, wenn es mit dem Titel funktioniert. Ich habe noch einige Sponsoren-Termine, Es sind eben ein paar Sachen, die einfach Spaß machen. Mir wird auf jeden Fall nicht langweilig werden, soviel ist sicher.

Hier geht's zum ersten Teil des Interviews mit Timo ScheiderZurück zur Startseite

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