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Sebastien Loeb liebäugelte zuletzt auch mit der Formel 1 © getty

Der französische Citroen-Pilot gewinnt den zwölften und letzten WM-Lauf in Wales und fängt damit Ford-Pilot Hirvonen noch ab.

Cardiff - Rallye-König Sebastien Loeb ist zum sechsten Mal in Folge Weltmeister und wandelt auf den Spuren von Michael Schumacher.

Nach seinem Triumph bei der Wales-Rallye, durch den er auf den letzten Metern seinen Herausforderer Mikko Hirvonen aus Finnland noch abfing, fehlt dem Elsässer nur noch ein Titel zum Rekord des Kerpeners, der in der Formel 1 siebenmal Champion war.

Sechs WM-Kronen in Folge, wie Loeb sie seit 2004 sammelte, schaffte allerdings nicht einmal Schumacher.

"Dieser sechste Titel ist sicher einer der schönsten. Der Kampf mit Mikko war einfach irre" sagte Loeb, der zum zweiten Mal nach 2008 in den walisischen Wäldern siegte.

"Es war eine unglaubliche Saison. Erst der gute Start, dann sah es zur Halbzeit aus, als sei alles verloren und dann noch dieses Ende", so Loeb.

Faszinierender Fight

Hirvonen, der mit einem Punkt Vorsprung zum Saisonfinale gekommen war, hatte Loeb allerdings einen faszinierenden Kampf geliefert.

Zwar war der Franzose von Beginn an vorn, doch Hirvonen gab auch bei 30 Sekunden Rückstand zu Beginn der Schlussetappe nicht auf.

Folgenschwere Landung

Nach zwei Bestzeiten am Sonntagmorgen löste sich aber nach einer harten Landung an einer Sprungkuppe die Motorhaube an seinem Ford Focus.

Der Finne musste die Abdeckung abreißen, verlor dadurch rund eine Minute und letztlich den Kampf um den Titel.

"Das war meine bisher beste Saison, aber dennoch am Ende eine große Enttäuschung", sagte der Finne, der 1:06,1 Minuten Rückstand auf Loeb hatte und zumindest Platz zwei mit einer Sekunde vor dem Spanier Dani Sordo im zweiten Citroen rettete.

Hirvonen lange in Führung

Loeb war mit fünf Siegen in die Saison gestartet, leistete sich dann aber eine Nullnummer in Griechenland und holte in Polen nach einem Unfall gerade einmal zwei Pünktchen.

Hirvonen übernahm die Führung in der WM-Wertung und behauptete diese bis zum letzten Rennen. Dabei profitierte er aber auch von einer Zeitstrafe gegen Loeb wegen eines Verstoßes gegen technische Regeln in Australien, durch die der den Sieg nachträglich an Hirvonen verlor.

Saisonsieg Nummer sechs holte Loeb dann aber zuletzt in Katalonien nach und erarbeitete sich damit die Chance, den Titel aus eigener Kraft zu holen.

54. Sieg in 125. Rallye

Loeb, der 2009 von Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy zum Ritter der Ehrenlegion ernannt wurde, drückt der Rallye-Szene seit Jahren seinen Stempel auf.

Der Erfolg in Wales war sein 54. Sieg in der 125. WM-Rallye, was einer schier unglaublichen Quote von 43,2 Prozent entspricht.

Schon mit Titel Nummer fünf im Vorjahr hatte er die bisherigen Rekordhalter Juha Kankkunen und Tommi Mäkinen (beide Finnland und vier Titel) hinter sich gelassen. In der Siegerliste folgt der Finne Marcus Grönholm (30 Siege) mit deutlichem Abstand.

Formel-1-Abstecher geplatzt

Kein Wunder, dass Loeb auch nach neuen Zielen sucht. Nach Starts bei den 24 Stunden von Le Mans hatte er auch auf einen Gasteinsatz in der Formel 1 geschielt.

Der Automobil-Weltverband FIA verhinderte jedoch Loebs Start für Toro Rosso beim Saisonfinale am 1. November in Abu Dhabi und verweigerte dem Rallye-König die nötige Super-Lizenz.

"Ich bedauere das nicht sonderlich, da ich keine wirklichen Ambitionen hatte. Aber es hätte Spaß gemacht, es zu versuchen", sagt Loeb.

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