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Der Toyota-Rennstall begann sein Formel-1-Engagement im Jahr 2002 © getty

Aufgrund der Finanzkrise ziehen sich immer mehr Hersteller aus der Motorsportwelt zurück. Sport1.de zeigt die Chronologie.

München - Der Ausstieg von Toyota aus der Formel 1 kam nicht unbedingt überraschend. Vielmehr reiht sich das Ende des japanischen Engagements in der Königsklasse in eine lange Reihe von Abgängen in der Motorsportwelt ein.

Schuld daran sind vor allem die Nachwirkungen der Finanzkrise, die viele Hersteller zur Reduzierung ihrer Kosten zwingen.

Doch nicht nur die Formel 1 ist davon betroffen. In zahlreichen anderen Rennserien suchen die Hersteller ebenfalls das Weite, um die oftmals enormen Ausgaben, die mit dem Engagement zusammenhängen, einzusparen.

Sport1.de zeigt eine Chronolgie der spektakulärsten Ausstiege in der Motorsportwelt in den letzten zwölf Monaten:

5. Dezember 2008: Honda

Überraschend kündigen die Japaner ihren sofortigen Rückzug aus der Formel 1 an.

"Honda muss sein Hauptgeschäftsfeld schützen und langfristig sichern - angesichts der wachsenden großflächigen Unsicherheiten in der Weltwirtschaft", sagte Honda-Präsident Takeo Fukui.

Das Team wird zum Verkauf angeboten, am 6. März, kurz vor Beginn der neuen Saison, übernimmt Ross Brawn den Rennstall.

Unter seiner Führung wird Jenson Button Weltmeister, das Team holt den Konstrukteurstitel.

15. Dezember 2008: Suzuki

Das Team steigt aus der Rallye-WM aus und begründet den Schritt mit Absatzproblemen aufgrund der weltweiten Wirtschaftskrise.

Weil Analysten des Hauses in der Krise eine längerfristige Beeinträchtigung der Geschäftstätigkeit und nicht nur eine vorübergehende Problematik sehen, will sich Suzuki auf sein Kerngeschäft konzentrieren.

16. Dezember 2008: Subaru

Einen Tag nach Suzuki zieht sich auch der frühere Weltmeister Subaru aus der Rallye-WM zurück.

"Unser Geschäftsumfeld hat sich durch den schnellen Verfall der Weltwirtschaft dramatisch verändert. Um unseren Handlungsspielraum zu optimieren und die Marke Subaru zu stärken, haben wir entschieden, zum frühest möglichen Zeitpunkt unsere WM-Aktivitäten einzustellen", sagt Ikuo Mori, Chef des Subaru-Mutterkonzerns Fuji Heavy.

Eigentlich war der Ausstieg für 2009 geplant, wurde dann aber vorgezogen.

9. Januar 2009: Kawasaki

Der Motorrad-Hersteller zieht sich mit sofortiger Wirkung aus der MotoGP zurück. Grund für die Entscheidung sind ebenfalls die Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise.

4. Februar 2009: Mitsubishi

Der zwölfmalige Dakar-Sieger erklärt angesichts der Finanzkrise seinen Ausstieg aus dem Marathon-Rallyesport.

Mitsubishi hatte die Dakar zwischen 2001 und 2007 siebenmal in Serie gewonnen, 2009 verlor man aber bei der Premiere in Südamerika gegen VW.

5. Juni 2009: KTM

Der Motorrad-Seriensieger zieht sich mit sofortiger Wirkung von der Dakar-Rallye zurück.

Die Österreicher begründen den überraschenden Ausstieg mit dem neuen technischen Reglement, nach dem künftig nur Motorräder mit dem maximalen Hubraum von 450 ccm zugelassen sind.

KTM tritt aber weiter bei anderen Rallyes und in der Straßen-WM an.

29. Juli 2009: BMW

Die Bayern kündigen überraschend den Formel-1-Ausstieg zum Ende des Jahres 2009 an.

Vorstandschef Norbert Reithofer begründet die Entscheidung mit einem Strategiewechsel innerhalb des Unternehmens, das sein Hauptaugenmerk auf neue Antriebstechnologien und Nachhaltigkeit legen will.

Die schwachen sportlichen Leistungen in der Saison 2009 und die Kosten sollen nicht allein den Ausschlag gegeben haben.

Am 15. September 2009 übernimmt Qadbak, eine in der Schweiz ansässige und aus dem Mittleren Osten finanzierte Stiftung, das Team.

2. November 2009: Bridgestone

Der Reifenhersteller beendet sein Engagement in der Formel 1 aus wirtschaftlichen Gründen. Der Konzern gibt den Rückzug aus der Königsklasse zum Ende der Saison 2010 bekannt.

So lange läuft der aktuelle Vertrag noch.

4. November 2009: Toyota

Der Branchenprimus steigt aus der Formel 1 aus. Der japanische Konzern begründet seinen sofortigen Ausstieg mit den "momentan schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen".

Der größte Automobilhersteller der Welt war seit 2002 in der Formel 1 vertreten, hatte in dieser Zeit aber vergeblich auf einen Sieg und den WM-Titel gehofft.

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