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Gabriele Tarquini fuhr insgesamt 38 Rennen in der Formel 1 © imago

Der Italiener Gabriele Tarquini ist neuer Tourenwagen-Weltmeister und löst damit Formel-1-Legende Juan Manuel Fangio ab.

Macau - Alter schützt vor Titeln nicht: Der Italiener Gabriele Tarquini ist neuer Tourenwagen-Weltmeister und löst damit Formel-1-Legende Juan Manuel Fangio als ältesten FIA-Champion aller Zeiten ab.

Dem Seat-Werkspiloten genügten beim Saisonfinale im chinesischen Spielerparadies Macau ein zweiter und ein fünfter Platz, um sich vor seinem französischen Markenkollegen Yvan Muller aus Frankreich die WM-Krone zu sichern.

"Dass ich in meinem hohen Alter noch einen WM-Titel gewinne, ist einfach grandios. Man wird ja nicht jünger", sagte Tarquini.

Mit 47 Jahren und 265 Tagen ist er der älteste Weltmeister in einer Meisterschaft des Automobil-Weltverbandes FIA.

Vier Punkte Vorsprung

Der Argentinier Fangio war 1957 bei seinem fünften und letzten Formel-1-Titel 46 Jahre und 41 Tage alt.

Am Ende hatte der frühere Formel-1-Pilot Tarquini, der zwischen 1987 und 1995 in der Königsklasse in 38 Rennen einen Punkt holte, mit 127 Zählern vier Punkte Vorsprung vor Muller (123), dem die Ränge fünf und drei nicht zur erfolgreichen Titelverteidigung reichten.

Engstler mit Unfall

Überschattet wurde das Finale in der früheren portugiesischen Kolonie durch einen schweren Unfall von Franz Engstler.

Der 48 Jahre alte BMW-Privatfahrer aus Wiggensbach musste nach dem unverschuldeten Crash kurzfristig ins Krankenhaus und hat nach ersten Aussagen seiner Frau Ulrike einen Schlüsselbeinbruch, eine Gehirnerschütterung und zahlreiche Prellungen erlitten.

Da die Ärzte bei Engstler allerdings auch Blut im Urin feststellten, trat der 48-Jährige noch am Sonntag die Heimreise an, um sich in Deutschland weiteren medizinischen Untersuchungen zu unterziehen.

Fünfter trotz Rippenbruch

Im ersten Lauf auf dem spektakulären Stadtkurs hatte Tarquini den Grundstein zum Titel gelegt.

Er baute seinen Vorsprung auf Muller von zwei auf sechs Punkte aus, als er von Startposition sieben auf Rang zwei fuhr.

Der Franzose, der wie Tarquini nach einem Unfall im Qualifying im Krankenhaus war und erst am Sonntagmorgen die Starterlaubnis erhalten hatte, war trotz eines Rippenbruchs beim Sieg des Briten Rob Huff im Chevrolet als Fünfter ins Ziel gekommen.

Start als Schlüssel

"Der Start war der Schlüssel zum Podium", sagte Tarquini, der sich auf den ersten Metern bis auf Rang drei vorgearbeitet hatte.

Den zweiten Platz hatte er dann per Teamorder vom Portugiesen Tiago Monteiro geerbt, der sich in den letzten beiden Runden zurückfallen ließ.

Als Reaktion auf die Seat-Teamorder hatte sich BMW-Pilot Augusto Farfus, dessen eigenen Titelchancen geplatzt waren, auf Rang acht zurückfallen lassen, um von der Pole Position im zweiten Lauf noch für die Münchner um den Markentitel zu kämpfen.

Wertloser Doppelsieg

Sein Teamkollege Jörg Müller ging nach Platz sieben im ersten Rennen von Startplatz zwei in den letzten Lauf, in dem Farfus und er nach dem vorzeitigen Abbruch in Folge des Engstler-Unfalls noch einen letztlich wertlosen BMW-Doppelsieg feierten.

Der Herstellertitel ging mit drei Punkten Vorsprung (314: 311) zum zweiten Mal hintereinander an Seat.

"Wir haben eine sehr schwierige Saison erlebt, insbesondere in den ersten Rennen", sagte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen in seinem Saisonfazit.

BMW 2010 dabei?

"Da gab es viele kritische Ereignisse", meinte er mit Blick auf einige fragwürdige Entscheidungen der FIA-Verantwortlichen bezüglich technischer Einstufungen und einiger Kollisionen.

Am 5. Dezember will BMW verkünden, ob und wenn ja, mit welchen Fahrern man 2010 weiter dabei sein wird. Seat will sich zwischen dem 6. und 15. Dezember entscheiden.

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