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Dirk von Zitzewitz gewann die Dakar 2009 an der Seite von Giniel de Villiers © imago

Der VW-Beifahrer plant bei der Rallye Dakar, den Vorjahres-Erfolg zu wiederholen, fiebert aber auch Chiles Landschaft entgegen.

München/Buenos Aires - Wenn VW-Beifahrer Dirk von Zitzewitz an die Dünen zwischen La Rioja und Fiambala in Argentinien denkt, gerät er sofort ins Schwärmen.

Nicht nur, weil er dort 2009 mit Giniel de Villiers den Grundstein für den späteren Dakar-Sieg legte (VORSCHAU: Premieren-Sieger sind die Gejagten).

"Das war eine sehr schöne Etappe mit sehr schöner Landschaft, mit riesigen Dünen, die in die Felsen hineinlaufen. Ich freue mich darauf, das wiederzusehen und dort wieder langzufahren", sagt der 41-Jährige vor dem Startschuss am Neujahrstag. (SERVICE: Der Etappenplan)

Von Zitzewitz, der neben seinem Job als Co-Pilot bei VW unter anderem auch geführte Wüstenreisen durch Libyen, Tunesien oder Marokko anbietet, hat nämlich nicht nur ein Auge für den schnellsten Weg von A nach B, sondern auch für die Natur.

Neugierig auf die Atacama-Wüste

Und obendrein eine gesunde Portion Neugier.

"Ich bin sehr gespannt auf die Atacama-Wüste, die wir beim letzten Mal nur am südlichen Rand so ein bisschen gekratzt hatten", sagt der Blondschopf. "Jetzt fahren wir die ganze Atacama durch bis ganz nach Norden an die peruanische Grenze. Das wird sehr spannend und ist für die meisten von uns auch wieder neu."

Schon Monate vor dem Start der Dakar 2010 (1. bis 17. Januar), die am Samstag dann mit der ersten gezeiteten Etappe richtig losgeht, hat von Zitzewitz begonnen, sich akribisch auf die geänderte Streckenführung bei der zweiten Auflage in Argentinien und Chile vorzubereiten.

Akribische Vorbereitung

"Durch unser Wissen von der letzten Dakar war die Vorbereitung diesmal ein bisschen einfacher. Wir wissen jetzt schon so ungefähr, was uns erwartet", sagt er. "Ich habe natürlich die alten Aufzeichnungen angeschaut, alte Berichte gesehen und viel Zeit am Computer verbracht, mir auf Google Earth viele Bilder und Karten angeschaut."

Rund 50 Prozent des Erfolges bei einer Rallye wie der Dakar gehen auf den Co-Piloten zurück, sagt man.

"Wenn der Co-Pilot einen Fehler macht, sieht man das natürlich sofort, und es kann sehr viel Zeit kosten. Und wenn er gut ist, fällt es oftmals nicht auf", meint von Zitzewitz.

Co-Pilot Gold wert

"Aber ein guter Fahrer mit einem schlechten Co-Piloten hat keine Chance, vorne dabei zu sein", ergänzt von Zitzewitz. "Ein guter Co-Pilot kann aus einem schlechten Fahrer noch einiges herausholen und ihn gut ins Ziel bringen."

Seit 2002 sitzt der in Eutin geborene von Zitzewitz, der mit seiner Frau Sabine in Karlshof in Schleswig-Holstein lebt, auf dem wichtigen Platz des Beifahrers.

Zunächst an der Seite von Mark Miller und Robby Gordon (beide USA). 50911(Diashow: Die Rallye 2009)

Karrierebeginn auf zwei Rädern

Seit 2006 dann neben dem Südafrikaner de Villiers, mit dem er sich auch privat blendend versteht.

Begonnen hatte die Karriere des "Nordlichts" allerdings auf dem Motorrad. Schon als Zehnjähriger bekam der kleine Dirk sein erstes Bike. Insgesamt 15 Mal wurde er in verschiedenen Klassen deutscher Enduromeister.

1997 fuhr von Zitzewitz bei der Dakar als bester Deutscher auf Platz fünf der Motorrad-Wertung, zwei Jahre später feierte er zwei Etappensiege.

"Sehr gute Gefühle"

Den ganz großen Triumph feierte von Zitzewitz dann aber erst im Auto, als er im Januar 2009 mit de Villiers Volkswagen den ersten Diesel-Sieg bei einer Dakar bescherte. Und diesen Erfolg will er wiederholen.

"Giniel und ich treten an, um unseren Titel zu verteidigen, und wir wollen das Ding natürlich wieder für Volkswagen gewinnen. Das ist unser großes Ziel", sagt er.

2011 will von Zitzewitz dann auch "normale" Reisende an den Schönheiten zwischen La Rioja und Fiambala teilhaben lassen.

Etappen per Geländewagen

In der Planung ist eine Reise mit Motorrädern und Geländewagen "auf den schönsten und aufregendsten Etappen der Dakar", wie er auf seiner Webseite beschreibt: "Abenteuer aus erster Hand!"

Vom Fachmann.

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