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Carlos Sainz belegte mit seinem VW auf der ersten Etappe den zweiten Platz © intern

Eine Zuschauerin verliert ihr Leben, als ein Auto in eine Fan-Gruppe rast. Von Zitzewitz fehlen vier Minuten zum Sieg.

Cordoba - Eine tote Zuschauerin und mehrere Verletzte - die berüchtigte Rallye Dakar trug gleich zum Auftakt 2010 Trauer.

Ein Notarzt konnte auf der 1. Etappe zwischen Colon und Cordoba in Argentinien nur noch den Tod einer 28-jährigen Frau bestätigen.

"Sie erlitt ein schweres Schädeltrauma sowie Verletzungen am Bauch und am Becken", sagte Norberto Brusa, Notarzt im Krankenhaus von Cordoba:

"Während des Transports hat sie zwei Herzstillstände erlitten. Trotz der ärztlichen Maßnahmen ist sie wenig später verstorben."

Fans außerhalb der Zuschauerzonen?

Nach Angaben der Organisatoren waren der deutsche Privatfahrer Mirco Schultis und sein Schweizer Beifahrer Ulrich Leardi mit ihrem Fahrzeug auf dem 684 km langen ersten Teilabschnitt von der Strecke abgekommen und in eine Gruppe von Zuschauern gerutscht.

Angeblich sollen sich die Fans außerhalb der von den Veranstaltern ausgewiesenen Zuschauerzonen aufgehalten haben.

Schultis steigt aus

Schultis kam am Samstagabend mit einer Polizeieskorte im Biwak an und erfuhr erst dort, dass die Frau gestorben ist. Tief betroffen trat er am Sonntag zur zweiten Etappe nicht mehr an.

Die Veranstalter appellierten nach dem Zwischenfall an die Zuschauer, besser auf die herrannahenden Rallye-Autos zu achten.

Das 57. Todesopfer seit 1978

Die Zuschauerin ist das 57. Todesopfer seit der ersten Auflage der berüchtigten Rallye im Jahr 1978.

Im vergangenen Jahr starben der französische Motorradfahrer Pascal Terry und zwei Peruaner in einem Transportfahrzeug.

Roma siegt überraschend

In Anbetracht dieses Unglückes trat der sportliche Teil in den Hintergrund. Dabei hatte der Spanier Joan Roma, 2009 Zehnter, mit seinem BMW X3 überraschend den Konkurrenten das Nachsehen gegeben.

Vorjahressieger Giniel de Villiers und sein deutscher Beifahrer Dirk von Zitzewitz (Karlshof) landeten mit ihrem VW Race Touareg auf Platz fünf mit 4:31 Minuten auf den Tagessieger.

"Es ist eine Ehre, die erste Dakar-Etappe als Titelverteidiger eröffnen zu dürfen. Leider war es heute nicht besonders von Vorteil", sagte de Villiers, der 2009 den ersten VW-Sieg der Dakar-Geschichte gefeiert hatte.

Sainz als bester VW-Pilot

Als bester VW-Pilot kam der zweimalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz (Spanien) auf Position zwei ins Ziel.

Sein Markenkollege Nasser Al-Attiyah aus Katar und sein deutscher Co-Pilot Timo Gottschalk (Berlin) belegten mit 3:29 Minuten Rückstand den vierten Rang.

VW Motorsport-Direktor Kris Nissen meinte: "Am Montag beginnen die schwierigen Abschnitte der Rallye. Erst dann können wir anfangen, ernsthaft über die Strategie nachzudenken."

Casteu bei den Motorradfahrern vorn

Bei den Motorradfahrern ist der Vorjahresvierte David Casteu (Sherco) der erste Spitzenreiter.

Nach dem knappen Sieg bei der Auftaktetappe mit drei Sekunden Vorsprung vor dem Vorjahreszweiten Cyril Despres (Frankreich/KTM) genügte dem Franzosen am Sonntag Rang zwei (0:43 Minuten zurück) hinter Landsmann David Fretigne (Yamaha), um die Führung zu behaupten.

Durch Platz drei in der Tageswertuung (1:08) schob sich Titelverteidiger Marc Coma (Spanien/KTM) im Gesamtklassement auf Rang zwei vor (0:37 Minuten zurück). (SERVICE: Der Etappenplan)

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