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Carlos Sainz feierte mit dem VW-Team bei der Dakar 2007 fünf Etappensiege © imago

Der VW-Pilot prescht an die Spitze und lässt Spitzenreiter Peterhansel hinter sich. Unglücksfahrer Schultis kann aufatmen.

Antofagasta - Vorentscheidung für VW, ein rabenschwarzer Tag für den Spitzenreiter und keine Ermittlungen gegen Unglücksfahrer Mirco Schultis:

Bei der Rallye Dakar steht Vorjahressieger VW bereits nach der fünften Etappe vor der Wiederholung des historischen Vorjahrestriumphes.

Nachdem der bisher führende Rekordsieger Stephane Peterhansel bei einer Panne seines BMW X3 vom hessischen X-Raid-Team über eine Stunde verlor und seine Hoffnungen auf seinen zehnten Gesamtsieg wohl endgültig begraben musste, setzte sich VW auf der mit 483 Wertungskilometern zweitlängsten Etappe von Copiapo nach Antofagasta mit gleich drei Fahrzeugen an die Spitze des Gesamtklassements.

Entwarnung für Schultis

Dagegen gab es für den deutschen Unglücksfahrer Mirco Schultis zumindest aus rechtlicher Sicht Entwarnung. Dies erklärte der zuständige argentinische Staatsanwalt.

Der deutsche Privatfahrer war bei einem Unfall auf der ersten Etappe am Samstag von Colon nach Cordoba mit seinem Auto von der Strecke abgekommen und hatte dabei eine 28 Jahre alte Zuschauerin erfasst.

Die Argentinierin erlag später ihren Verletzungen.

Peterhansel patzt - Sainz vorn

Über eine Stunde verlor der neunmalige Dakar-Sieger Peterhansel wegen Mechanikproblemen. (SERVICE: Der Etappenplan)

So führt nun nach der ersten Etappe in der Atacama-Wüste, die als trockenste Wüste der Welt gilt, der zweimalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz (Spanien) vor seinen Teamkollegen Nasser Al-Attiyah aus Katar mit seinem Berliner Beifahrer Timo Gottschalk (4:37 Minuten zurück) und Tagessieger Mark Miller (USA/9:39).

Als bester Nicht-VW-Pilot liegt US-NASCAR-Star Robby Gordon im Hummer mit bereits knapp einer Stunde Rückstand auf dem vierten Platz. 190216(Diashow: Wüsten-Wahnsinn und Tragödien)

De Villiers und von Zitzewitz auf Platz 13

Vorjahressieger Giniel de Villiers und sein deutscher Beifahrer Dirk von Zitzewitz (Südafrika/Karlshof) kamen mit rund 55 Minuten Rückstand als 15. ins Ziel und liegen nun in der Gesamtwertung auf Rang 13 (3:50,47 Stunden zurück).

"Das war ein langer und sehr, sehr guter Tag für Volkswagen. Alle Fahrer und Beifahrer haben super gearbeitet", sagte Volkswagen Motorsport-Direktor Kris Nissen:

"Wir müssen trotz der Erfolge in Tages- und Zwischenwertung ruhig und konzentriert bleiben, denn es gilt, zunächst einmal die Dakar selbst zu bezwingen. Noch liegen über 3.000 Kilometer in hartem Gelände vor uns."

Klare Sache bei den Zweiradpiloten

Ähnlich deutlich wie bei den Automobilen stellt sich auch das Motorrad-Klassement dar.

Fast 40 Minuten hat der Franzose Cyril Despres (KTM) bereits Vorsprung, nachdem Vorjahressieger Marc Coma (Spanien/KTM) durch eine Panne 40 Minuten verloren hatte und nur als 19. ins Ziel gekommen war.

Der Gesamtzweite David Casteau (Frankreich/KTM) musste nach einem schweren Unfall sowie einem gebrochenen Bein die Rallye sogar aufgeben.

Lopez siegt auf zwei Rädern

Den Etappensieg bei den Motorradfahrern sicherte sich der chilenische Lokalmatador Francisco Contardo Lopez, der sich damit auch auf den zweiten Rang im Gesamtklassement vorschob.

Staatsanwalt Walter Guzman erklärte unterdessen, dass der Tod einer 28 Jahre alten Zuschauerin auf der ersten Etappe keine rechtlichen Konsequenzen für Schultis habe.

"Ein Rennen erfordert einen bestimmten Umgang mit den daraus entstehenden Risiken", sagte Guzman: "Die Zuschauerin hat in einer nicht freigegebenen Zone gestanden, wo sich jeder vernunftsgemäß vorstellen kann, was passieren kann."

Außerdem noch vier Verletzte

Schultis und Leardi hatten vom Tod der Frau erst später am Abend bei der Ankunft im Biwak erfahren und waren danach aus der Rallye ausgestiegen.

Bei dem Unfall waren außerdem noch vier Zuschauer verletzt worden.

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