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Seit der Erstaustragung 1978 kamen bei der Rallye Dakar bereits 57 Personen ums Leben © getty

Nächstes Rallye-Unglück: Einm Italiener stürzt schwer, erleidet ein Schädel-Hirn-Trauma. VW verteidigt die Dreifach-Führung.

Iquique - Erneuter Schock bei der Dakar: Fünf Tage nach dem tragischen Tod einer Zuschauerin wird die heftig umstrittene Wüstenrallye von einem lebensbedrohlichen Unfall überschattet.

Der italienische Motorrad-Pilot Luca Manca ringt nach einem schweren Sturz auf der sechsten Etappe mit dem Tod.

Der Neuntplatzierte der Gesamtwertung wurde mit einem Schädelbruch auf die Intensivstation eines Krankenhauses in der nordchilenischen Stadt Calama eingeliefert und ins künstliche Koma versetzt.

"Er schwebt in Lebensgefahr. Sein Zustand ist sehr ernst", sagte Miguel Cortez, Direktor des Krankenhauses: "Er hat einen Schädelbruch, ein Schädel-Hirn-Trauma und eine Lungenquetschung."

Schockzustand nach Zuschauer-Tod

Der 29-Jährige war bei Wertungskilometer zehn gestürzt und soll in Kürze in eine neurochirurgische Spezialklinik in der Hauptstadt Santiago ausgeflogen werden. 190216(Diashow: Wüsten-Wahnsinn und Tragödien)

Am Samstag hatte der Tod einer 28-Jährigen den Rallye-Zirkus in den Schockzustand versetzt und die alte Frage nach dem Sinn der Wüstenhatz wieder hochkochen lassen.

Der deutsche Privatfahrer Mirco Schultis und sein Schweizer Beifahrer Ulrich Leardi waren auf der ersten Etappe mit ihrem Auto von der Strecke abgekommen und hatten die Argentinierin erfasst, die später ihren Verletzungen erlag. Es war der 57. Todesfall seit der ersten Austragung 1978.

Casteau mit offenem Beinbruch

Schultis und Leardi hatten vom Tod der Frau erst später am Abend bei der Ankunft im Biwak erfahren und waren danach aus der Rallye ausgestiegen.

Bei dem Unfall waren außerdem noch vier Zuschauer verletzt worden. (SERVICE: Der Etappenplan)

Am Mittwoch hätte es beinahe ein weiteres Unglück gegeben. Motorradfahrer David Casteu war bei Kilometer 395 zu Fall gekommen und hatte mit einem offenen Beinbruch nicht mehr den Notfallknopf an seinem Motorrad drücken können.

VW verteidigt Dreifach-Führung

Der spätere Etappendritte David Fretigne hatte seinen französischen Landsmann gefunden und einen Rettungshubschrauber gerufen.

Das sportliche Geschehen wurde am Donnerstag angesichts des Vorfalls zur Randnotiz. Dabei verteidigte VW auf dem sechsten Teilstück über 418 Wertungskilometer zwischen Antofagasta und Iquique seine Dreifach-Führung souverän.

Trotz des Tagessiegs des Rekordsiegers Stephane Peterhansel mit seinem BWM X3 des hessischen X-Raid-Teams bleiben drei VW-Piloten im Gesamtklassement an der Spitze.

Coma gewinnt souverän

Der zweimalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz führt vor seinem Markenkollegen Nasser Al-Attiyah aus Katar mit dem Berliner Beifahrer Timo Gottschalk (15:24 Minuten Rückstand) und dem US-Amerikaner Mark Miller (17:47).

Die Motorradwertung gewann Vorjahressieger Marc Coma souverän. Der spanische KTM-Pilot machte damit einen Teil seines Rückstandes auf den Gesamtführenden Cyril Despres (Frankreich/KTM) gut.

Despres kam 10:34 Minuten nach Coma ins Ziel. Der Spanier rückte mit seinem Tagessieg auf den vierten Rang der Gesamtwertung vor.

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