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Der Spanier Carlos Sainz wurde 1990 und 1992 Rallye-Weltmeister © VW

Sieger Carlos Sainz kämpft mit den Tränen, der VW-Vorstand jubelt nach dem Dreifach-Triumph über eine Motorsport-Sternstunde.

Buenos Aires - Als Carlos Sainz nach 9000 Kilometern endlich die Dakar-Trophäe in den Händen hielt, musste selbst der hartgesottene Rallye-Profi mit den Tränen kämpfen.

Nach dem Pech des Vorjahres, als er in Führung liegend ausgefallen war, rettete der 47-jährige Spanier beim dreifachen VW-Triumph diesmal den hauchdünnen Vorsprung von 2:12,3 Minuten vor Teamkollege Nasser Al-Attiyah (Katar) ins Ziel in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. (SERVICE: Der Etappenplan)

"Mit dem Dakar-Sieg habe ich mir einen langen Traum erfüllt. Von mir fällt jetzt ein großer Druck ab, denn das Duell um diesen Erfolg war extrem hart. Ich bin unendlich froh, dieses Ziel erreicht zu haben", sagte der zweimalige Rallye-Weltmeister Sainz, der in seiner Karriere schon alle Höhen und Tiefen erlebt hat.

"Touareg lief wie ein Uhrwerk"

Vor einem Jahr musste Sainz seine Hoffnungen auf den Dakar-Sieg in einer Schlucht begraben, nachdem er auf der drittletzten Etappe vom Weg abgekommen war.

Seinen schlimmsten Albtraum im Rallye-Auto erlebte "El Matador" 1998: Damals rollte er beim WM-Finale in den walisischen Wäldern 300 Meter vor dem Ziel mit einem Motorschaden aus und musste den Titel dem Finnen Tommi Mäkinen überlassen.

Nach dem Dakar-Sieg wollte Sainz die ganze Welt umarmen. "Für mich lief alles perfekt: Mein Beifahrer hat einen herausragenden Job gemacht, technisch lief der Touareg wie ein Uhrwerk, und die gesamte Volkswagen-Mannschaft hat hart für den Sieg gearbeitet. Danke dafür", sagte der von seinen Emotionen überwältigte Haudegen.

VW übertrifft seine Ziele

Die Erleichterung über den Triumph war auch bei dem deutschen Weltkonzern deutlich spürbar. "Ich bin unheimlich stolz auf unsere Mannschaft. Was Fahrer, Beifahrer und das gesamte Team an jedem Tag geleistet haben, ist enorm", sagte VW-Vorstand Francisco Javier Garcia Sanz. 190216(DIASHOW: Wüsten-Wahnsinn und Tragödien)

Noch vor einem Jahr zogen dunkle Wolken über dem Wolfsburger Autohimmel auf, als trotz des historischen Dakar-Sieges mit einem Diesel-Fahrzeug Gerüchte über einen VW-Ausstieg aufkamen.

Doch davon kann jetzt keine Rede mehr sein. "Mit dem Dreifach-Triumph haben wir die gesteckten Ziele sogar noch übertroffen", sagte Sanz, der auch Aufsichtsratsvorsitzender des deutschen Fußball-Meisters VfL Wolfsburg ist.

"So stellen wir uns Motorsport vor"

VW-Motorsportdirektor Kris Nissen sagte freudestrahlend, dass seinem Team mit dem Dreifachsieg erneut etwas Historisches gelungen sei: "Wir sind in Südamerika nicht nur ungeschlagen, wir sind auch weiterhin der einzige Hersteller, der die härteste Rallye der Welt mit einem Auto mit Diesel-Antrieb gewonnen hat."

Nach dem Doppelsieg von 2009 haben die Wolfsburger die Dakar erneut zum Markenpokal gemacht, was sogar Nissen ein wenig erstaunte.

Seine Fahrer hätten mit harten, aber fairen Mitteln gekämpft: "Und so stellen wir uns Motorsport vor."

Peterhansel bester Nicht-VW-Pilot

Hinter Sainz sicherten sich Al-Attiyah mit dem Berliner Beifahrer Timo Gottschalk und Mark Miller/Ralph Pitchford (USA/Südafrika) in weiteren Touaregs die Plätze auf dem Podium. Die Vorjahressieger Giniel de Villiers (Südafrika) und Co-Pilot Dirk von Zitzewitz (Karlshofen), die durch technische Probelem bereits auf der 3. Etappe aussichtslos zurückgeworfen wurden, belegten letztlich Gesamtrang sieben.

Bester Nicht-VW-Starter war Rekordgewinner Stephane Peterhansel (Frankreich) im BMW X3 des hessischen X-raid-Teams als Vierter. Den 14. und letzten Tagessieg sicherten sich Al-Attiyah/Gottschalk mit 36,3 Sekunden Vorsprung vor Sainz.

Dritter Streich von Despers

Den Gesamtsieg bei den Motorrädern sicherte sich zum dritten Mal nach 2005 und 2007 der Franzose Cyril Despres.

Der KTM-Pilot lag im Ziel in Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires 1:02:52 Stunden vor dem Norweger Pal Anders Ullevalseter (KTM). Dritter wurde mit einem Rückstand von 1:09:48 Stunden der Chilene Francisco Lopez Contardo (Aprilia).

Die 14. und letzte Etappe gewann der Portugiese Ruben Faria (KTM).

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