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BMW gewinnt zum 19. Mal das 24-Stunden-Rennen © imago

Beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring reißt die Siegesserie von Porsche nach Motorschaden. Ein BMW-Quartett jubelt am Ende.

Nürburgring - Ausgerechnet ein kapitaler Motorschaden hat Porsche den historischen Triumph in einem Hybrid-Rennauto gekostet und dem Rivalen BMW den überraschenden Erfolg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring beschert.

Uwe Alzen, Augusto Farfus, Pedro Lamy und Jörg Müller fuhren vor 220.000 Zuschauern im BMW M3 GT2 vom achten Startplatz aus zum Sieg.

Für den Münchner Automobilhersteller war es der 19. Gesamtsieg bei dem Langstreckenklassiker in der Eifel.

Zuverlässiger M3

Der legendäre BMW-Sportwagen, der vor 25 Jahren auf den Markt kam, gehörte am Wochenende nicht zu den schnellsten Autos im Kreis der 197 gestarteten Teams.

Dafür spulte der M3, der zuvor noch nie eine solche Marathon-Distanz bewältigt hatte, die Runden mit der Zuverlässigkeit eines Schweizer Uhrwerkes ab.

BMW-Quartett in Front

Nach insgesamt 154 Runden (3908,212 km) hatte das BMW-Quartett einen Vorsprung von 3:54,1 Minuten auf die vier Ferrari-Piloten Dominik Farnbacher, Leh Keen, Marco Seefried und Allan Simonsen.

"So eine Nervenanspannung wie heute habe ich noch nicht erlebt. Nach dem Ausfall einiger Konkurrenten hing auch bei uns der Sieg am seidenen Faden", sagte BMW-Motorsportdirektor Dr. Mario Theissen: "Drei Stunden vor Schluss bekamen wir ein Getriebeproblem. Es war eine Meisterleistung wie Jörg Müller und Uwe Alzen das Auto in dieser Phase ins Ziel gebracht haben."

Freude bei Alzen

Entsprechend groß war Uwe Alzens Freude: "Auf meinen zweiten Erfolg bei diesem Rennen habe ich zehn Jahre warten müssen. Dass mir dieser Sieg in meinem ersten Jahr als BMW-Werksfahrer gelingt, ist natürlich ein ganz toller Einstand."

Zudem ist das Werksteam Schnitzer aus Freilassing mit nun fünf Gesamtsiegen die erfolgreichste Mannschaft bei dem Eifel-Marathon. Für den früheren Formel-1-Piloten Pedro Lamy war es nach 2001, 2002, 2004 und 2005 ebenfalls der fünfte Triumph in der "Grünen Hölle". (Alle Motorsport-News)

Premiere für Farfus

Damit zog der Portugiese mit Rekordhalter Marcel Tiemann gleich. Uwe Alzen und Jörg Müller feierten den jeweils zweiten und Augusto Farfus den ersten Erfolg bei diesem Rennen.

Aufholjagd nach Unfall

Heimliche Sieger und Publikumslieblinge waren nach einem Unfall in der Anfangsphase die BMW-Werksfahrer Dirk Adorf/Dirk Müller/Andy Priaulx/Dirk Werner, die im Schnitzer-M3 GT2 fast bis ans Ende des Feldes zurückgefallen waren.

Bei der Aufholjagd kämpfte sich das BMW-Quartett von Rang 182 bis auf Platz sieben (4 Runden zurück) nach vorne belegte dabei den zweiten Platz in seiner Klasse.

Hybrid bleibt Sieg verwehrt

Die Münchner profitierten letztlich aber auch vom großen Pech der Konkurrenz. Denn bis zur 23. Stunde sah es ganz nach dem fünften Porsche-Triumph in Folge aus.

Die Sportwagenschmiede aus Weissach war auf dem Weg, in der 41-jährigen Historie des Klassikers für ein Novum zu sorgen, denn noch nie zuvor hatte ein Hybrid-Auto dieses Rennen zweimal rund um die Uhr gewonnen.

Motorschaden beim Sparwunder

Der vor allem durch seine Effizienz beeindruckte 911 GT3-R, der mit zehn Runden pro Tankinhalt so viele Umläufe drehte wie keiner der ärgsten Konkurrenten, rollte nach einem Motorschaden aber aus.

Der rund 480 PS starke Verbrennungsmotor wird von zwei jeweils 60 Kilowatt starken Elektromotoren an der Vorderachse ergänzt. Die zum Antrieb benötigte Elektroenergie rekuperiert der Hybrid-911 GT3-R beim Bremsen und speichert diese in einem Schwungrad.

DTM-Teams im Pech

Pech hatten auch die beiden DTM-Teams Phoenix Racing und Abt Sportsline. Alle vier werksunterstützten Audi R8 LMS wurden durch Unfälle bzw. technische Defekte aus dem Rennen gerissen.

Zu den zahlreichen prominenten Ausfällen zählten auch die zwischenzeitlich führenden DTM-Champions Timo Scheider (Braubach) und Mattias Ekström (Schweden) sowie der frühere Formel-1-Pilot Hans-Joachim Stuck (Ellmau).

Stuck scheidet aus

Der 59-Jährige wollte 40 Jahre nach dem ersten seiner bislang drei Triumphe noch einmal gewinnen und Audi damit den ersten Sieg bescheren. Ein Motorschaden verhinderte allerdings den möglichen Coup.

Für den hätte beinahe Luca Ludwig gesorgt. Der Sohn von Tourenwagen-König Klaus Ludwig, der unter anderen noch von DTM-Pilot Markus Winkelhock (Berglen-Steinach) unterstützt wurde, belegte im dritten Phoenix-Audi R8 LMS den ausgezeichneten dritten Gesamtrang und feierte dabei einen Klassensieg.

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