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Selbst ist die Frau: Ana Beatriz bei einem Kart-Rennen in Florianopolis © imago

Bei den 500 Meilen von Indianapolis startet am Sonntag die Rekordzahl von vier Frauen. Auch deutsch wird gesprochen.

Indianapolis/München - "Gentlemen, start your engines" - diese legendäre Aufforderung wurde einst auf der Rennstrecke von Indianapolis erfunden.

Doch irgendwie ist das von der Zeit längst überholt.

Denn am Sonntag startet beim 94. Indy 500 die Rekordzahl von vier Frauen bei der größten jährlich stattfindenden Eintagesveranstaltung der Welt.

Bis zu 400.000 Zuschauer an der Strecke und Millionen weltweit vor den TV-Bildschirmen wollen miterleben, wie im "Nudeltopf" erstmals eine Lady den traditionellen Siegerschluck aus der Milchflasche nimmt.

"Ich habe schon als Kind Emerson Fittipaldi gesehen, wie er die Indy 500 gewonnen hat. Seitdem will ich das auch erreichen. Jetzt habe ich die Chance, diesen Traum zu verwirklichen", sagt die Brasilianerin Ana Beatriz.

Beste Frau ist bester Rookie

Bei der Qualifikation sicherte sich die hübsche 25-Jährige mit Startplatz 21 nicht nur den inoffiziellen Sieg in der Damenklasse, sondern sie war auch bester "Rookie" beim Indy 500.

"Der schnellste Rookie bedeutet mehr als die schnellste Frau. Schließlich will ich alle schlagen", sagt Beatriz forsch (Alle Motorsport-News) .

Man spricht deutsch

Von Position 22 startet die Schweizerin Simona de Silvestro. Damit wird nach 33 Jahren in Indy wieder deutsch gesprochen.

Bei jenem Rennen 1977 in Janet Guthrie auch erstmals eine Frau mit, doch gewonnen hat in Indianapolis bisher keine Amazone.

Am nächsten kam einem Triumph US-Star Danica Patrick (Startplatz 23), die bei ihrem Debüt vor fünf Jahren gleich auf Platz vier landete und im Vorjahr sogar Dritte wurde.

Powergirl Patrick

"Es ist ein Zeichen der Zeit, dass mehr Frauen starten. Schließlich ist das auch aus Marketingsicht spannend", sagt die einst auch aus der Formel 1 umworbene Patrick. In den USA ist das Powergirl längst ein Superstar 69501 (DIASHOW: Patricks beste Bilder).

Gerade hat sie ein neues Videospiel vorgestellt und macht bei Talkmastern wie David Letterman oder Jay Leno eine ebenso gute Figur wie auf Bikini-Fotos in "Sports Illustrated" (Patrick hat keine Lust auf Macho-Welt Formel 1).

Fischer will "alle 33 schlagen"

Als vierte Amazone ist diesmal die Amerikanerin Sarah Fischer (Startplatz 29) im Rennen, doch der Sieg in der Frauenwertung ist keiner von ihnen etwas wert.

"Dieses Jahr fahre ich das erste Mal gegen Frauen, aber die interessieren mich nicht besonders", meint die 21 Jahre alte de Silvestro und sagt dem Titelverteidiger und Qualifikationsbesten Helio Castroneves (Brasilien) den Kampf an: "Ich will alle 33 Starter schlagen".

Damit endlich auch der Spruch "Ladies, start your engines" zur Legende wird.

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