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Der Däne Tom Kristensen peilt seinen neunten Triumph in Le Mans an © getty

Nach dem Peugeot-Sieg 2009 ist das dominante Audi-Team besonders heiß auf die legendären 24 Stunden von Le Mans.

Le Mans - Audi gegen Peugeot, 25 ehemalige Formel-1-Fahrer, Familientreffen der Mansells und am Anfang eine Schweigeminute: Die 78. Auflage des legendären 24-Stunden-Rennens von Le Mans erlebt an diesem Wochenende das vielleicht größte Star-Aufgebot aller Zeiten.

"In diesem Jahr sind wir wesentlich besser vorbereitet. Wir wollen den Siegerpokal zurück nach Ingolstadt holen", sagt Audi-Sportchef Dr. Wolfgang Ullrich vor dem Start des Langstreckenklassikers am Samstag.

Audi und Erzrivale Peugeot dominierten dieses Rennen in den vergangenen Jahren mit Diesel-Power.

Siegesserie beendet

Audi gewann acht der letzten zehn Le-Mans-Rennen. Doch Peugeot beendete 2009 die Siegesserie der Ingolstädter mit fünf Erfolgen in Serie und feierte beim "Heimspiel" sogar einen Doppelsieg.

"Damals sind wir durch Unfälle in der Vorbereitung in Rückstand geraten und waren nicht wirklich aussortiert", sagt Ullrich. Diesmal soll alles besser werden.

Schweigeminute für 84 Opfer

Zuvor wird aber am Freitag in einer Schweigeminute den 84 Todesopfern gedacht, die auf den Tag genau vor 55 Jahren am 11. Juni 1955 bei der größten Tragödie in der Geschichte des Motorsports in Le Mans ums Leben kamen.

Dass dieses Rennen auf dem 13,629 km langen Hochgeschwindigkeitskurs immer noch gefährlich ist, haben zahlreiche schwere Unfälle in der Vergangenheit mit glücklicherem Ausgang bewiesen.

40.000 Testkilometer bei Audi

Audi hat den "R15 plus" weiterentwickelt und seit März zwei Dauerläufe über jeweils 30 Stunden und mehr als 40.000 Testkilometer absolviert. Der Diesel-Sportwagen der zweiten Generation wurde nach dem dritten Platz im Vorjahr in zahlreichen Details, aber vor allem im Bereich Aerodynamik und Effizienz verbessert.

Die Ingolstädter wollen Peugeot mit drei "R15 plus" das Leben schwer machen. Als Speerspitze gelten die Sieger von 2008, Rinaldo Capello (Italien), Allan McNish (Großbritannien) und Tom Kristensen. Der dänische Rekordgewinner peilt 2010 seinen neunten Triumph in Le Mans an.

Peugeot will ausgleichen

Titelverteidiger Peugeot will im Duell mit Audi zum 2:2 ausgleichen und den insgesamt vierten Gesamtsieg nach 1992, 1993 und 2009 feiern. Drei Werks-908 HDi FAP und ein Kundenauto sollen für den Erfolg sorgen. "Wir sind nicht die Favoriten, denn unser Auto bestreitet die vierte und letzte Saison", sagt Peugeot-Sportdirektor Olivier Quesnel.

Sieben der neun Peugeot-Fahrer sind ehemalige Formel-1-Piloten, die nicht weniger als 54 Le-Mans-Starts vorweisen können. Insgesamt starten 25 frühere Fahrer aus der Königsklasse in Le Mans und damit sogar mehr, als im aktuellen Starterfeld der Formel-1- Saison 2010.

Familie Mansell schreibt Geschichte

Zu den Stars gehört der frühere Formel-1-Weltmeister Nigel Mansell, der sich mit seinen Söhnen Greg und Leo ein Auto teilt und Geschichte schreiben wird, denn ein "Familienteam" hat es in der langen Geschichte des Rennens seit 1923 noch nicht gegeben.

In der Prototypen-"Königsklasse" haben die Mansells allerdings nur Außenseiterchancen.

Hoffen auf Rekordbesuch

Dagegen wollen Jean Alesi und Giancarlo Fisichella in der GT-Klasse ein Wörtchen um den Sieg mitreden. Das Ferrari-Duo trifft allerdings auf sehr starke Konkurrenz von BMW, General Motors und Porsche, die mit werksunterstützten Teams einen großen Aufwand treiben.

Die Veranstalter hoffen trotz wechselhaften Wetters auf einen Rekordbesuch. Neben 80.000 Briten werden weit mehr als 150.000 Zuschauer aus aller Welt erwartet. Der bisherige Besucherrekord wurde 2008 beim letzten Audi-Triumph mit 258.500 aufgestellt.

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