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Bernd Schneider fuhr auf dem Hockenheimring 2008 sein vorläufig letztes DTM-Rennen © imago

Offenbar juckt der Gasfuß bei Bernd Schneider noch. Zu Spekulationen um ein mögliches DTM-Comeback gibt es nicht mal ein Dementi.

München - Vor zwei Jahren hat Bernd Schneider seine Karriere als Rennfahrer beendet, doch seinen Helm hat er noch immer nicht so richtig an den Nagel gehängt.

An diesem Wochenende gehört "Mr. DTM" mit anderen einstigen Rennfahrergrößen wie Hans Herrmann oder Jochen Mass zu den Stars des legendären Eifelrennens auf dem Nürburgring.

Diesmal kann der 45-Jährige die Nordschleife ohne Wettbewerbsdruck umrunden, und das auch noch in Traumsportwagen seines langjährigen Arbeitgebers Mercedes.

Vielleicht gibt es irgendwann aber doch noch mal den Rennfahrer Bernd Schneider.

Tourenwagen-König Klaus Ludwig ist einst mit 50 in die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft DTM zurückgekehrt - und er machte damals gar keine schlechte Figur. Spätestens seit Michael Schumacher (41) in dieser Saison ein Formel-1-Comeback gibt, hat auch Schneider seine Vision.

"Dann will ich auch gewinnen"

"Michael hat drei Jahre Pause gemacht, also muss ich noch ein Jahr warten", sagte er - irgendwie klingt das nicht nur nach einem Scherz. Schließlich habe sein alter Spezi Klaus Ludwig gezeigt, dass man auch mit 50 als Rennfahrer längst noch nicht in Rente gehen muss. Einen Star seines Kalibers könnte die heutige DTM sicher gut gebrauchen.

Doch nur so mitfahren, das will der fünfmalige DTM-Champion nicht. "Wenn ich zurückkomme, dann will ich auch gewinnen", sagte Schneider, der am 20. Juli seinen 46. Geburtstag feiert.

Das Leistungsniveau in der DTM sei heutzutage aber deutlich höher als noch in der Ära Ludwig, und genau da liegt das Problem. Schneider: "Ich weiß wirklich nicht, ob ich mit den Jungs noch mithalten könnte."

Entspannt in der Eifel

Deshalb freut er sich jetzt erstmal auf die "tolle Atmosphäre" am Wochenende beim Eifelrennen. Unter anderem fährt er einen neuen Mercedes-Benz SLS. Der Flügeltürer ist seit April zu kaufen, zum Stückpreis von 173.000 Euro. Schneider: "Das wird ganz entspannt, ich habe diesmal auch Zeit, mir die schöne Landschaft ein wenig anzuschauen."

Den neuen Super-Mercedes, der 571 PS leistet, kennt Schneider bestens: "Ich habe das Auto zwei Jahre getestet, war auch bei der Entwicklung mit dabei." 317 km/h ist dieser Flitzer schnell, dann wird elektronisch abgeregelt, sonst würde es laut Schneider weit über 330 gehen - das wäre vom Topspeed durchaus Formel-1-Niveau.

Doch Schneider will nicht über die Nordschleife rasen, er will die Eindrücke und das Fahrgefühl genießen.

"Mein Herz schlägt höher"

Nicht nur den SLS, auch ein paar Oldtimer wird er fahren. Die größte Attraktion ist sicher ein Mercedes-Benz Simplex (Baujahr 1902). Auf die Zuschauer wartet im Fahrerlager eine einzigartige Zeitreise durch die Rennsportgeschichte. Insgesamt sind mehr als 1000 Oldtimer zu bestaunen.

"Mein Herz schlägt höher, wenn ich ans Eifelrennen denke", sagt Schneider. Mehr als 1000 Starter werden zur 69. Auflage des ältesten deutschen Autorennens erwartet. Mit dabei sind so legendäre Modelle wie das Siegerfahrzeug des ersten Eifelrennens, mit dem der "Ring" 1927 feierlich eröffnet wurde: Der unvergessene Rudolf Caracciola fuhr damals im Kompressor-Mercedes zum Sieg in der stärksten Sportwagen-Klasse.

"Für die Fans ist der Auftritt der Mercedes-Mannschaft sicher einer der Höhepunkte des Wochenendes. Wann hat man schon mal die Gelegenheit, deutsche Spitzenrennfahrer wie Hans Herrmann, Jochen Mass oder Bernd Schneider gleichzeitig auf der Strecke zu sehen?", sagte Peter Geishecker, Organisationsleiter des ADAC Eifelrennens.

Sportlich sind die Rennen der CanAm- und Gruppe-C-Sportwagen auf dem Grand-Prix-Kurs und das 300 km lange Eifelrennen für Tourenwagen und GTs am Sonntag die Höhepunkte.

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