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Yvan Muller wurde 2007 Zweiter bei der Tourenwagen Weltmeisterschaft © getty

Es sind noch zwei Saisonläufe, aber eines ist klar: Nach drei Jahren BMW-Regentschaft gewinnt Seat die Herstellerwertung.

Okayama - Die spanische VW-Tochter Seat hat Titelverteidiger BMW in der Tourenwagen-WM gleich doppelt entthront. Beim 21. und 22. Lauf am Sonntag im japanischen Okayama holte Seat bereits vor dem Saisonfinale am 16. November in Macau den Herstellertitel.

Nachfolger des chancenlosen britischen BMW-Piloten Andy Priaulx als Champion können nur noch die beiden Seat-Fahrer Yvan Muller und Gabriele Tarquini werden.

Dabei ist der Franzose Muller bei 14 Punkten Vorsprung (100:86) vor dem früheren Formel-1-Piloten aus Italien fast schon am Ziel.

Nach drei Jahren abgesetzt

Muller baute in Japan mit den Plätzen sieben und sechs sein Polster gegenüber Tarquini um drei weitere Zähler aus, der Routinier ging jeweils leer aus. Im vorigen Jahr war Muller ebenfalls als Spitzenreiter punktgleich mit Priaulx nach Macau gekommen, hatte den greifbar nahen Titel aber durch einen technischen Defekt im ersten Lauf verpasst.

Diesmal muss er von den 20 möglichen Punkten noch maximal sieben holen, falls Tarquini beide Läufe gewinnt.

In der Herstellerwertung ist Seat bei 53 Punkten Vorsprung (304:251) von BMW nicht mehr einzuholen. Die Münchner hatten in den letzten drei Jahren jeweils Fahrer- und Markentitel gewonnen.

BMW-Werkspilot Jörg Müller aus Hückelhoven hat sich mit einem zweiten Platz im ersten Rennen, in das er von Startposition zwei gegangen war, in der Gesamtwertung um einen Platz auf Rang sechs verbessert und könnte theoretisch noch Dritter werden.

Spanien mit Doppelsieg

Der Ausfall im zweiten Lauf, als er mit Trockenreifen auf noch feuchter Strecke ins Kiesbett rutschte, verhinderte eine bessere Ausgangsposition für das Finale.

Im ersten Lauf hatte der 39-Jährige sogar bis drei Runden vor Schluss seinen insgesamt 11. Sieg in der WM und damit die alleinige Führung in der ewigen Bestenliste vor Augen. Auf abtrocknender Strecke musste er sich dann aber in der Schlussphase dem Schweden Rickard Rydell im frontgetriebenen Seat geschlagen geben.

Der Niederländer Tom Coronel machte mit seinem ersten WM-Erfolg im zweiten Lauf den Doppelsieg der Spanier perfekt. In der Schlussphase hielt er in einem harten Kampf Müllers brasilianischen Teamkollegen Augusto Farfus hinter sich, der in Japan der schnellste Mann war.

Im ersten Lauf, in den er von der Pole Position gegangen war, hatte eine Kollision Coronel in der ersten Kurve ans Ende des Feldes zurückgeworfen, von wo er sich aber noch bis auf Platz sechs nach vorne kämpfte.

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