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Sebastien Loeb wurde als erster Fahrer zum fünften Mal Rallye-Weltmeister © getty

In Japan sichert sich Sebastien Loeb vorzeitig seinen fünften Weltmeister-Titel und rechtfertigt einen ehrenvollen Vergleich.

Sapporo - Mit seinem fünften WM-Triumph hat Sebastien Loeb Geschichte geschrieben und sich endgültig zum erfolgreichsten Rallye-Piloten aller Zeiten gekrönt.

Platz drei beim vorletzten WM-Lauf in Japan genügte dem 34 Jahre alten Franzosen, um vorzeitig als erster Fahrer überhaupt zum fünften Mal Weltmeister zu werden, und das noch in Folge.

"Es ist unglaublich, denn schwieriger hätte es nicht sein können. Es war eine furchtbare Rallye, und der Druck für mich war sehr groß", sagte der Elsässer, der mit insgesamt 46 Siegen bereits seit längerer Zeit die mit Abstand meisten Einzelsiege auf seinem Konto hat.

In Sapporo hätte dem Japan-Sieger von 2006 ein Dreher wenige hundert Meter vor der Ziellinie am noch den vorzeitigen Titelgewinn gekostet.

Wie Kankkunen und Mäkinen

Bislang hatte sich Loeb den Titel Rekordweltmeister noch mit zwei Finnen teilen müssen. Juha Kankkunen (1986, 1987, 1991, 1993) und Tommi Mäkinen (1996 bis 1999) hatten ebenfalls viermal triumphiert.

Fünf WM-Titel in Folge gewann lediglich in der Formel 1 Michael Schumacher, mit dem Loeb immer wieder verglichen wird. Dabei sicherte sich der Citroen-Pilot die fünfte Krone in für ihn untypischer Manier - mit langsam fahren.

"Es ist kein Geheimnis, dass ich Rallyes fahre, um zu siegen. Doch hier musste ich einen kühlen Kopf bewahren", sagte Loeb, der mit 2:30,6 Minuten Rückstand ins Ziel kam, und gab zu: "Ich habe oft früher gebremst als üblich, denn ich wollte nicht alles wegwerfen."

Hirvonens Sieg unerheblich

Der überragende Rallye-Fahrer der Gegenwart hatte von Beginn an lediglich Rang drei ins Visier genommen, der zum vorzeitigen Titelgewinn ausreichte.

So hatte der dritte Saisonsieg seines letzten WM-Konkurrenten Mikko Hirvonen vor dessen finnischen Ford-Teamkollegen Jari-Matti Latvala (31,1 Sekunden zurück) letztlich nur noch statistischen Wert.

"Das war's, es ist vorbei. Ich werde es nächstes Jahr wieder versuchen. Aber jetzt hat Loeb den Titel definitiv verdient. Er hat immerhin zehn Saisonrennen gewonnen", sagte Hirvonnen, der in Japan zum zweiten Mal in Folge siegte.

Noch mal auf Sieg in Wales

Loeb wird aber sicher beim Saisonfinale vom 5. bis 7. Dezember in Wales noch einmal auf Sieg fahren. Zum einen könnte er mit Saisonsieg Nummer 11 seinen eigenen Weltrekord aus dem Jahr 2005 verbessern. zum anderen fehlt ihm der Sieg beim Klassiker in Großbritannien als letzter noch in seiner Sammlung.

Im Sommer dieses Jahres hatte Loeb schon zum ersten Mal in seiner Karriere in Finnland triumphiert. Seinen ersten Sieg hatte er 2002 bei der Deutschland-Rallye gefeiert, die er danach auch in allen weiteren sechs Auflagen gewann. Nachdem er im Rallye-Bereich alle Rekorde gebrochen hat, suchte "Super-Seb" auch neue Herausforderungen.

Zweimal ist er bereits bei den 24 Stunden von Le Mans angetreten, Mitte November soll er in Barcelona Testfahrten in einem Formel-1-Boliden von Red Bull bestreiten.

Auto-Tausch mit Kovalainen

Im Dezember 2007 hatte er bereits mit dem damaligen Renault-Piloten Heikki Kovalainen die Autos getauscht und im Formel-1-Renner eine gute Figur gemacht.

In Sapporo erklärte der Wahl-Monegasse jedoch, auch im kommenden Jahr wieder Rallye fahren zu wollen und wiedersprach damit Gerüchten über einen Wechsel in die DTM.

"Ich will mit Citroen im nächsten Jahr den sechsten WM-Titel gewinnen, andere Ziele habe ich nicht", sagte Loeb.

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