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Mario Theissen ist auch Ingenieur für Maschinenbau und Fahrzeugtechnik © getty

Im kommenden Jahr endet die Amtszeit des Motorsportchefs. Grund ist die Rückkehr in die DTM. Der Nachfolger fängt im Januar an.

München - Nach zwölf Jahren geht die Ära von Mario Theissen an der Spitze der Motorsport-Abteilung von BMW Mitte 2011 zu Ende.

Der 58-Jährige wird dann seinen Posten als Motorsportdirektor des Münchner Automobilkonzerns räumen und an Jens Marquardt übergeben. Das teilte BMW am Mittwoch mit.

Nach dem Rückzug aus der Formel 1 zum Ende des vorigen Jahres sieht Theissen vor der für 2012 geplanten Rückkehr in die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft den richtigen Zeitpunkt für eine Staffelübergabe gekommen.

Zuvor wird er seinen Nachfolger sechs Monate lang in die neue Rolle einarbeiten.

Theissen: "Bester Zeitpunkt"

"Wir haben diesen Wechsel sorgsam geplant und vorbereitet. Mit der Neuausrichtung von BMW Motorsport und der Entscheidung für das DTM-Projekt sind die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft auf der Rennstrecke gestellt.

Das ist der beste Zeitpunkt, nun auch die Leitung von BMW Motorsport in neue Hände zu legen", sagte Theissen, der etwas früher in den Ruhestand wechselt als es die konzerninternen Regelungen vorsehen.

Der 43-Jährige Marquardt war zuletzt bei Toyota beschäftigt und dort auch in das Ende 2009 eingestellte Formel-1-Programm eingebunden.

Mit dem fließenden Übergang sei die Umsetzung des Rennprogramms 2011 und die Vorbereitung auf die Rückkehr in die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft nahtlos gewährleistet, hieß es von BMW.

Seit 1977 für BMW tätig

Der aus Monschau in der Eifel stammende Theissen arbeitet seit 1977 für BMW.

Er war nach Stationen unter anderem als Leiter von Innovationszentren in München und Palo Alto seit dem 1. April 1999 für das Motorsport-Programm verantwortlich, zunächst gemeinsam mit dem früheren Formel-1-Piloten Gerhard Berger, seit dessen Abschied Ende 2003 alleine.

Unter Theissens Führung gewann BMW 1999 die 24 Stunden von Le Mans und kehrte in die Formel 1 zurück, zunächst als Motorenpartner von Williams, von 2006 an nach der Übernahme des Schweizer Sauber-Teams mit einem eigenen Rennstall.

Kooperation mit Audi und Mercedes

Ende 2009 stieg BMW aus der Formel 1 aus und verkaufte den Rennstall zurück an Peter Sauber.

2012 steht die Rückkehr in die DTM auf dem Programm.

Nachdem BMW bereits längere Zeit gemeinsam mit Audi und Mercedes an der Erarbeitung eines neuen Reglements ab 2012 mitgearbeitet und bereits mit ersten Entwicklungen von Motor und Auto begonnen hatte, gab der Vorstand Mitte Oktober "grünes Licht" für den Einstieg.

Marquardt: "Traumaufgabe"

Verantwortlich für die Umsetzung wird dann Marquardt sein, der seinen Dienst in München am 1. Januar antritt.

"Ich bin überzeugt, dass wir in Jens Marquardt den richtigen Mann für diese spannende Aufgabe gefunden haben. Er wird am 1. Juli 2011 bestens gerüstet das Steuer in die Hand nehmen", sagte Theissen, der mehr als ein Jahrzehnt das BMW-Gesicht im Motorsport war.

"Die Leitung von BMW Motorsport ist für mich eine Traumaufgabe und ein großer Vertrauensbeweis. Die Langstreckenrennen mit dem BMW M3, das breit aufgestellte Kundensport-Programm, die Nachwuchsförderung, vor allem aber das DTM-Projekt sind faszinierende Herausforderungen", sagte Marquardt.

Er ergänzte: "Ich weiß, dass ich von Mario Theissen jede Unterstützung erhalten werde, und ich kann es kaum erwarten, mit der Arbeit zu beginnen."

McLaren, Toyota und US-Cart-Serie

Marquardt hatte sich nach einem Studium der Luft- und Raumfahrttechnik vor allem im Bereich der Motorenentwicklung engagiert.

Von 1996 bis 2000 war er bei Ilmor Engineering mit der Entwicklung von Motoren für die Formel 1 (McLaren-Mercedes) und die US-Cart-Serie befasst.

Seit 2000 ist er bei Toyota Motorsport beschäftigt, zunächst im Bereich Formel-1-Motoren, ab 2008 als Team-Manager im Formel-1-Programm.

Toyota beglückwünscht Marquardt

Nach dem Rückzug der Japaner aus der Königsklasse hatte er dort zuletzt andere Management-Aufgaben ausgeführt.

Toyota wünschte Marquardt in einer eigenen Pressemitteilung alles Gute für seine künftige Aufgabe.

Er habe innerhalb der Motorsportaktivitäten und der Umstrukturierung der ehemaligen Formel-1-Abteilung in einen Motorsport-Dienstleister eine Schlüsselrolle gespielt, hieß es.

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