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Nelson Piquet jr., in Heidelberg geboren, holte in 28 Formel-1-Rennen 19 Punkte © getty

Vom Formel-1-Podest zum Camping-Trucker: Der Auf-Bestellung-Crasher Nelson Piquet ist in einer niederen NASCAR-Serie gestrandet.

Von Michael Spandern

München - Vor knapp zweieinhalb Jahren stand die Rennfahrer-Karriere des Nelson Piquet jr. auf dem Zenit. Auf einem ersten, glaubte man angesichts seines Alters von 22 Jahren und weltmeisterlicher Gene.

Doch der zweite Platz beim Formel-1-Grand-Prix in Hockenheim, den der Brasilianer im Renault durch geschicktes Ausnutzen der Safety-Car-Phase einfuhr, ist längst in Vergessenheit geraten.

Der Sohn des dreimaligen Champions Nelson Piquet ist seit dem Crash auf Flavio Briatores Bestellung im September 2008 gebrandmarkt - und auf dem Weg abwärts.

Vollzeit-Engagement als Truckfahrer

Von außen als Marionette im vielleicht schlimmsten Skandal der Formel 1 wahrgenommen, von Renault der Lüge bezichtigt - als er seinen Unfall auf das Drängen der Gelben zurückführte.

Im August 2009 bekam der zunehmend erfolglose Piquet die Papiere - und keine zweite Chance in der Königsklasse.

Nun hat sich der inzwischen 25-Jährige festgelegt: auf ein Vollzeit-Engagement als Truckfahrer. Wie er am Montag mitteilte, fährt er 2011 für das Team Kevin Harvick Inc in der Camping World Truck Series der NASCAR.

Hoffnung auf Aufstieg in der NASCAR

"Das ist ein langfristiger Plan", versichert Piquet. "Unser Plan ist, dass ich zwei Jahre bei den Trucks bleibe und dann, abhängig von meiner Leistung, in die Nationwide Series und dann in die Sprint-Cup-Serie aufsteige."

Dort fährt Harvick, der Besitzer des Teams, das immerhin 2007 und 2009 die Truck-Serie gewann.

Aufgrund seiner szenischen Auftritte - 2010 fuhr Piquet fünfmal bei den Truckern, aber auch in zwei anderen Serien - noch als Rookie eingestuft und gilt als Kandidat für den Neulings-Award.

Zurück zum Strecke des Debüts

"Das ist eine großartige Gelegenheit für mich", schwärmt Piquet. "Ich habe wirklich eine Leidenschaft für diese Serie entwickelt und freue mich schon aufs erste Rennen."

Das führt ihn nach Daytona, wo er in diesem Jahr als Sechstplatzierter fürs Team Red Horse Racing ein erfolgreiches Debüt feierte.

Obwohl mit Miguel Paludo ein zweiter Brasilianer fest dabei ist, sieht er sich als Pionier: "Ich will der erste Brasilianer sein, der in der NASCAR aussichtsreich mitmischt. Es ist wichtig, die Tür in die USA für die Brasilianer zu öffnen."

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