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Hans-Joachim Stuck startetete 74 Mal in der Formel 1und holte zwei Podiumsplätze © getty

Renn-Legende Hans-Joachim Stuck feiert seinen 60. Geburtstag. Und plant einen letzten großen Renn-Auftritt mit seinen Söhnen.

München - Im Leben von Hans-Joachim Stuck gibt es eigentlich nur ein Motto: Vollgas.

Bei dem Sohn des legendären "Bergkönigs" Hans Stuck lag die Renn-Leidenschaft schon in der Wiege.

Und wenn er am Neujahrstag 60 Jahre alt wird, ist immer noch nicht Schluss, denn Stuck hat noch einen großen Traum: Beim 24-Stunden-Rennen auf seiner geliebten Nürburgring-Nordschleife, bei dessen Premiere 1970 er den ersten seiner insgesamt drei Siege feierte, will er im Juni zusammen mit seinen beiden Söhnen Johannes (24) und Ferdinand (19) an den Start gehen.

"Das wollen wir auf jeden Fall noch realisieren. Unser Anspruch wird sein, aufs Podium zu fahren", sagte Stuck: "Danach werde ich mit Sicherheit sagen, es ist Schluss. Das heißt nicht, dass ich nicht vielleicht irgendwann nochmal einen Test fahre. Aber sicher kein 24-Stunden-Rennen mehr. Dann werde ich sagen: Ihr Buben, jetzt könnt ihr selber fahren. Bevor ich noch zum Renn-Opa werde, muss man es auch mal gut sein lassen."

"Es war ein geiles Gefühl"

Mit seinem älteren Sohn Johannes hat Stuck bereits gemeinsam und erfolgreich Rennen bestritten.

"Als ich zum ersten Mal zusammen mit ihm am Nürburgring unter einem Siegerkranz stand, war mein erster Gedanke: Hoffentlich sieht mein Vater das. Da bekomme ich immer noch Gänsehaut", sagt Stuck: "Dass ich als junger Stuck mit dem nächsten jungen Stuck da oben stehe, und der alte Stuck schaut zu, aus dem Himmel oder der Hölle - das war ein geiles Gefühl."

Gelernt hat "Striezel" - den Spitznamen verpasste ihm schon bei der Taufe seine Oma, die er an einen schlesischen Hefezopf (Strietzel) erinnerte - die Rennfahrerei von seinem Vater.

74 Rennen in der Formel 1

Mit 19 war der erste Triumph auf dem Nürburgring in einem BMW der erste von vielen Erfolgen. Stuck, für den der schönste Sieg "immer der letzte" war, wurde 1972 in einem Ford überlegen deutscher Rennsport-Meister. 1974 schaffte er den Sprung in die Formel 1, wo ihm der ganz große Durchbruch aber versagt blieb.

In 74 Rennen bis 1979 sprangen lediglich 29 WM-Punkte, zwei dritte Plätze und 14 Führungsrunden heraus.

Erfolgreicher war Stuck als Porsche-Werksfahrer im Sportwagen-Bereich, wo er 1985 Weltmeister wurde.

1986 und 1987 gewann er die legendären 24 Stunden von Le Mans, wobei er an den ersten Sieg auch traurige Erinnerungen hat, weil bei diesem Rennen sein designierter Teamkollege Jo Gartner tödlich verunglückte.

Schwere Unfälle auf dem Nürburgring

"Mein erster Le-Mans-Sieg, das war heiß und kalt auf einmal", sagte Stuck, der später in den Tourenwagen zurückkehrte und 1990 für Audi die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft gewann (DTM-Kalender 2011: Klassiker und Show).

Nach seiner Rückkehr zu BMW folgten 1998 und 2004 zwei weitere Siege auf dem Nürburgring, seit 2008 ist Stuck Motorsport-Repräsentant des VW-Konzerns.

Von Unfällen und schweren Verletzungen blieb er lange verschont. Dann kamen sie aber doch, jeweils auf der Nordschleife: 2007 ein Lendenwirbelriss, in diesem Jahr eine Kopfverletzung, wegen der er sich sogar einer Notoperation unterziehen musste.

Aufhören, das kam für ihn aber trotzdem nicht in Frage. Seit 41 Jahren ist Stuck auf den Rennstrecken dieser Welt unterwegs, der Motorsport ist sein Leben.

Söhne sollen Dynastie fortführen

"Das Schöne ist, dass man Höhen und Tiefen kennenlernt, aus den Tiefen lernt und die Höhen genießen kann", sagt er: "Du kommst zu Königen, zu Senatoren oder zu Botschaftern, an die schönsten Plätze der Welt. Du genießt die große Aufmerksamkeit, das gebe ich gerne zu."

Größter Antrieb ist aber der immerwährende Kampf "gegen die Maschine und gegen sich selbst. Das möchte ich nicht missen." Zumindest so lange, bis er den großen Familienauftritt auf der Nordschleife realisiert hat. Danach können dann seine Söhne die Stuck-Dynastie fortschreiben.

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