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Seat-Pilot Yvan Muller freut sich über seinen Triumph © imago

Der französische Seat-Werkspilot sichert sich mit dem umstrittenen Turbodiesel die Weltmeisterschaft. BMW geht leer aus.

Macau - Seat-Werksfahrer Yvan Muller feierte den WM-Titel, Chevrolet einen Doppelsieg.

Während BMW erstmals in der fünfjährigen Historie der Tourenwagen-WM keinen Titel gewann, hatte die Konkurrenz beim Saisonfinale in Macau/China allen Grund zur Freude.

Der Franzose Muller holte sich in seinem Seat Leon TDI souverän die WM-Krone und trat die Nachfolge des dreimaligen Champions Andy Priaulx aus Großbritannien an.

Dem 39-jährigen Muller reichte im ersten der beiden Sprintrennen beim dritten Saisonsieg des Schweizers Alain Menu (Chevrolet) Rang drei zum vorzeitigen Titelgewinn, weil sein Teamkollege und letzter Titelrivale, der frühere Formel-1-Pilot Gabriele Tarquini aus Italien, nicht über Platz sieben hinauskam.

Dreimal von der Pole

Im zweiten Lauf belegte Muller hinter dem Briten Robert Huff in einem weiteren Chevrolet Platz zwei und unterstrich damit eindrucksvoll den verdienten Erfolg.

Auf dem Weg zu seinem WM-Triumph war Muller dreimal von der Pole Position gestartet, hatte drei Siege und neun Podestplätze errungen.

"Nach dem Pech im vergangenen Jahr, als ich dem WM-Titel hier in Macau schon so nahe war, ist der jetzige Erfolg die Bestätigung meiner konstanten Leistung", sagte Muller: "In 24 Rennen habe ich nur zweimal die Punkteränge verpasst."

Streit um Turbodiesel

Die spanische VW-Tochter Seat engagiert sich seit 2005 in der Tourenwagen-WM und verschaffte sich nicht zuletzt durch den umstrittenen Einsatz des Turbodiesels einen kleinen, aber offensichtlich entscheidenden Vorteil.

Bereits bei der vorletzten Veranstaltung in Okayama/Japan hatte Seat den Titel in der Herstellerwertung gewonnen. VW-Motorsport-Berater Hans-Joachim Stuck überbrachte die Glückwünsche des gesamten Vorstands und sprach von einem "großartigen Erfolg" für den VW-Konzern.

Titelverteidiger BMW, der erstmals auch in Macau ohne Laufsieg blieb, zeigte sich als fairer Verlierer.

Theissen gratuliert Seat

"Glückwunsch an Seat. Nachdem wir in den vergangenen drei Jahren sämtliche Titel gewonnen haben, hat sich in dieser Saison das Turbodiesel-Konzept von Seat auf der Strecke als dominant erwiesen", erklärte BMW-Motorsportdirektor Dr. Mario Theissen.

Die Münchner fordern aber vom Automobil-Weltverband FIA für die Zukunft Regeländerungen, die vor allem den Seat-Motor betreffen. Dessen Vorteile sind auch Chevrolet und Honda ein Dorn im Auge.

Bester BMW-Pilot war am Ende Priaulx, der nach den Plätzen zwei und drei in Macau hinter Muller (114 Punkte), Tarquini (88) und Huff (87) mit 81 Zählern Rang vier belegte.

Jörg Müller musste aufgeben

Jörg Müller aus Hückelhoven, einziger deutscher Werksfahrer in der WM, musste nach einer unverschuldeten Kollision in Lauf zwei vorzeitig aufgeben und fiel in der Gesamtwertung auf Position sieben (60) zurück.

Im ersten Rennen war der 39 Jahre alte Rheinländer in seinem BMW nicht über Rang zehn hinausgekommen. Der frühere DTM-Pilot Franz Engstler verbesserte sich mit einem ersten und zweiten Platz in seinem BMW in der Privatfahrerwertung auf Gesamtrang zwei.

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