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Porsche feiert auf dem Nürburgring den fünften Sieg in den letzten sechs Jahren © imago

"Strietzel" Stuck verlässt unter Standing Ovations sein "Wohnzimmer". Porsche zementiert die Vorherrschaft in der "Grünen Hölle".

München/Nürburgring - Als Porsche die Vorherrschaft in der "Grünen Hölle" zurückeroberte, begannen für Hans-Joachim Stuck die letzten Meter seiner großen Karriere (Stuck im SPORT1-Interview).

Bei der 39. Auflage des 24-Stunden-Rennens auf der Nürburgring-Nordschleife hatte "Strietzel" als 15. gemeinsam mit seinen Söhnen Ferdinand und Johannes acht Runden Rückstand auf das Siegerquartett.

Timo Bernhard, Romain Dumas, Marc Lieb und Lucas Luhr im Porsche 911 GT3 RSR waren für die deutsche Motorsport-Legende unerreichbar (Alle VIDEOS zum 24-h-Rennen im SPORT1-Mediencenter).

Stuck hatte dennoch keinen Grund zur Klage. "Ich möchte allen Teammitgliedern danken, ihr habt mir einen tollen Abschied bereitet. Es war saugeil, und jetzt gehen wir feiern", sagte er sichtlich bewegt.

Abschied mit Standing Ovations

Der Altmeister, der mit Standing Ovations verabschiedet wurde, hatte für die letzten Runden in seinem "Wohnzimmer" nochmals das Steuer des Lamborghini Gallardo 600 übernommen.

1970 bei der 24-Stunden-Premiere auf der Nordschleife hatte der frühere Formel-1-Pilot, DTM-Champion und Le-Mans-Sieger seinen ersten Triumph gefeiert, anschließend fuhr der 60-Jährige 1998 und 2004 weitere Gesamtsiege ein.

Zum Abschied dankte Stuck seinen Fans: "Für mich ist heute ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich möchte mich bei den Fans für 43 wunderschöne Motorsportjahre bedanken."

Vorjahressieger auf Rang zwei

Vor 250.000 Zuschauern rund um den Eifelkurs erreichten die Vorjahressieger Uwe Alzen (Betzdorf), Augusto Farfus (Brasilien), Jörg Müller (Hückelhoven) und Pedro Lamy (Portugal) mit ihrem BMW M3 GT den zweiten Platz.

Dritter wurde der von Phoenix Racing eingesetzte Audi R8 LMS mit Marc Basseng/Marcel Fässler/Andrea Piccini/Frank Stippler (Neusalza/Schweiz/Italien/Bad Münstereifel).

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"Dieses 24-Stunden-Rennen war für uns vielleicht das Schwierigste", sagte Olaf Manthey, Chef des Siegerteams: "Die Konkurrenz war wirklich enorm groß. Ich freue mich riesig für unser ganzes Team, das für diesen Sieg noch härter gearbeitet hat als je zuvor."

BMW-Chef Theissen zufrieden

Für Porsche war es der insgesamt elfte Sieg auf der 25,378 km langen Rennstrecke und der fünfte in den vergangenen sechs Jahren.

Auch BMW-Motorsport-Direktor Mario Theissen war zufrieden: "Das ist ein Höhepunkt der Saison für unser Team und für mich ein krönender Abschluss der beruflichen Karriere."

Das BMW-Quartett hatte einen Rückstand von 4:23,792 Minuten auf den siegreichen Porsche. "Wir sind problemlos durchgefahren und auf dem Podium gelandet. Natürlich hätten wir lieber gewonnen, aber Platz zwei ist auch sehr gut", sagte Alzen, der sein Team für einen "super Job" lobte.

Der Rekordchampion muss warten

Rekordchampion BMW muss damit weiter auf seinen 20. Titel bei dem legendären Langstreckenklassiker in der Eifel warten.

Auch bei Audi ist Geduld gefragt: Zwei Wochen nach dem zehnten Sieg bei den 24 Stunden von Le Mans verpassten die Ingolstädter ihren ersten Gesamtsieg auf der Nordschleife.

Die "Herren der Ringe", die insgesamt vier Werksautos ins Rennen schickten, belegten am Ende die Plätze drei, vier, fünf und zwölf.

Zu viele Zwischenfälle

"Es hatte sich schon im Qualifying angedeutet, dass unser R8 LMS mit der aktuellen Einstufung nicht das schnellste Auto ist", erklärte Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich.

Das habe sich auch im Rennen bestätigt. Zudem sei keines der vier Werksautos völlig frei von Zwischenfällen über die Runden gekommen.

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