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Der zweimalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz will im Race Touareg die Dakar 2009 gewinnen © imago

Die Rallye Dakar wird erstmals in Südamerika ausgetragen. VW schickt vier Teams ins Rennen. Ziel: Rallye-Geschichte schreiben.

Von Peter Schmieder

München - Extreme Hitze, härteste Routen und schwindelerregende Höhen: Nachdem die Rallye Dakar im vergangenen Jahr wegen Terror-Drohungen abgesagt wurde, findet das PS-Spektakel diesmal nicht Afrika statt.

Die Rallye wird vom 03. bis 18. Januar erstmals in Argentinien und Chile ausgetragen.

Der Startschuss fällt am 3. Januar 2009 in Buenos Aires. In der argentinischen Hauptstadt wird die Marathon-Rallye nach 9578 km auch ihr Ende finden.ad

VW will Geschichte schreiben

Nach 12 Monaten intensiver Vorbereitung plant Volkswagen mit vier Race Touareg 2 einen Großangriff auf den Gesamtsieg.

Sollte das den Wolfsburgern gelingen, dann würden sie gleich doppelt Geschichte schreiben: Es wäre nicht nur der Premieren-Sieg sondern auch der erste Dakar-Titel der nicht in der afrikanischen Wüste ausgefochten wurde.

Mit den vier 280 PS starken Marathon-Rallye-Prototypen gehen der zweimalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz (Spanien), Giniel de Villiers (Südafrika), Mark Miller (USA) sowie der viermalige deutsche Meister Dieter Depping an den Start.

Härteprüfung für Mensch und Material

"Die Rallye Dakar ist eine der größten Herausforderungen im Motorsport. 2009 wird sie noch härter. Unser Ziel ist es, diese Härteprüfung für Mensch und Material erstmals für uns zu entscheiden", sagt VW-Motorsportdirektor Kris Nissen.

Den Teams in den Volkswagen Race Touareg 2 erwartet im südamerikanischen Sommer höhere Temperaturen als in Afrika.

Zudem überqueren die Piloten zweimal bei dünner Höhenluft das Anden-Massiv, durchfahren mit der Atacama-Wüste eine der trockensten Gegenden der Welt und müssen auf den Querfeldein Pisten härteste Schläge verdauen.

Race Touareg ausgereift

"Um unser ehrgeiziges Ziel zu erreichen hat VW das bestmöglichste Paket geschnürt", erklärt Nissen. Der Race Touareg ist mittlerweile ein ausgereiftes Fahrzeug.

Seit 2004 gehen die Allrad-Boliden bei der Dakar an den Start. Insgesamt 20 Etappen-Siege haben die Wolfsburger bereits eingefahren. Die Weiterentwicklung beschränkte sich weitgehend auf Detailarbeiten.

Vor allem die Zuverlässigkeit stand im Fokus der VW-Ingenieure.

Fahrer müssen topfit sein

Nicht nur die Autos, sondern auch die Fahrer müssen topfit sein. Die Fahrerpaarungen haben sich deshalb vielseitig auf den Marathon vorbereitet.

"Die Rallye Dakar hat ganz und gar nichts mit einer normalen Autofahrt zu tun", stellt Nissen klar. ?Das ist Leistungssport auf höchstem Niveau."

Puls wie Fußball-Profis

Das belegt allein der Blick auf den Pulsmesser: Während der stundenlangen Dauerbelastung im Cockpit treten Herzfrequenzen von 140 bis 160 Schlägen pro Minute

auf.

Auch der Star des Teams, der zweimalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz, ist perfekt auf die Rallye vorbereitet. Mit seinen Fahrerkollegen hat sich Sainz in den Alpen auf den extrem niedrigen Luftdruck und den geringen Sauerstoff-Anteil in bis zu 4700 Metern Höhe präpariert.

Sainz: "Wir sind perfekt vorbereitet. Mit dem extrem motivierten Team haben wir die Möglichkeit Geschichte zu schreiben".

Dauer-Rivale Mitsubishi mit neuem Auto

Den Wolfsburger erneut die Suppe versalzen wollen vor allem die Mitsubishi-Piloten rund um den neunmaligen Dakar-Sieger Stephane Peterhansel. Die Japaner gewannen seit 2001 ununterbrochen die Mammut-Rallye.

Diesmal startet Mitsubishi allerdings mit vier neuen Lancer Turbodiesel. Kinderkrankheiten scheinen also programmiert zu sein. Nach bisher fünf erfolglosen Anläufen könnte daher 2009 die Stunde der Touaregs schlagen.

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