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Nasser Al-Attiyah im BMW X3 gewann die Auftaktetappe der Rallye Dakar 2009 © getty

Die härteste Rallye hat unter dem Jubel der Massen in Argentinien begonnen. Al-Attiyah triumphiert auf der ersten Etappe.

Santa Rosa - VW vor BMW, zufriedene Teilnehmer, begeisterte Zuschauer:

Die berühmt-berüchtigte Rallye Dakar ist nach dem Fiasko 2008 in der neuen Heimat in Südamerika bestens angekommen.

Nach der offiziellen Startzeremonie vor mehr als 500..000 Menschen im Herzen der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires machte Nasser Al-Attiyah aus Katar den Favoriten zunächst einen Strich durch die Rechnung.

Er gewann im BMW X3 des hessischen X-Raid-Teams die Auftaktetappe.

Am Tag danach dominierte der zweimalige Weltmeister Carlos Sainz aus Spanien im VW Race Toureg und übernahm dadurch die Führung in der Gesamtwertung.

Al-Attiyah fällt zurück

Auftaktsieger Al-Attiyah kam auf der zweiten Etappe nicht über Position neun hinaus und fiel damit im Gesamtklassement mit einem Rückstand von 4:15 Minuten auf Sainz auf Rang vier zurück.

Sainz gewann die mit 837 km (237 Wertungskilometer) längste Etappe der diesjährigen Dakar in 1:56:14 Stunden vor dem Franzosen Stephane Peterhansel im Mitsubishi Lancer (1:14 Minuten zurück) und dem Südafrikaner Giniel de Villiers in einem weiteren VW (1:56).

"Schwierige Prüfung" im dichten Staub

"Das war heute eine sehr schwierige Prüfung", sagte Sainz: "Wir fuhren im dichten Staub der vor uns gestarteten Motorradfahrer und mussten auch viele überholen." Der Spanier hat in der Gesamtwertung einen Vorsprung von 2:19 Minuten auf seinen Markenkollegen de Villiers.

Der verbesserte sich mit seinem Co-Piloten Dirk von Zitzewitz (Karlshof) vom dritten auf den zweiten Platz. Auf Rang drei (3:51 Minuten zurück) folgt in dem Titelverteidiger und neunmaligen Sieger Peterhansel der erste Mitsubishi-Pilot.

Verhoeven siegt vor Despres

Bei den Motorrädern siegte der Niederländer Frans Verhoeven (KTM) vor dem französischen Titelverteidiger Cyril Despres. In der Gesamtwertung führt allerdings immer noch der Spanier Marc Coma, der die Auftaktetappe auf KTM mit über 22 Minuten Vorsprung für sich entscheiden hatte.

"Wir sind hier, um gute Ergebnisse zu erzielen und die Dakar zu gewinnen. Das war ein Auftakt nach Maß", sagte Al-Attiyah nach dem ersten Tag. Der 38-Jährige fuhr auf der 371 Kilometer langen Prüfung zwischen Buenos Aires und Santa Rosa einen Vorsprung von 2:17 Minuten auf Sainz heraus.

Gelungener VW-Auftakt

De Villiers und Mark Miller (USA) sorgten auf den Plätzen drei und vier für einen guten VW-Auftakt (VW träumt vom Diesel-Triumph). Die Wolfsburger setzen vier 280 PS starke Touareg ein und wollen die Dakar als erster Hersteller mit einem Diesel-Fahrzeug gewinnen.

Zufriedene Gesichter gab es im VW-Lager. "Ich bin glücklich mit diesem Ergebnis", meinte Sainz, der von der Atmosphäre angetan war: "Die Zuschauermassen sind einfach unglaublich." VW-Motorsportchef Kris Nissen sprach von einem "gelungenen Auftakt, sowohl, was die Rallye selbst angeht, als auch für Volkswagen".

Pech für Depping

Pech hatte dagegen der deutsche Hoffnungsträger Dieter Depping (Wedemark) im vierten VW Race Touareg (Multitalent hat viel vor). "Ein kleines elektronisches Problem mit großer Wirkung hat Depping viel Zeit gekostet", sagte Nissen. Mit mehr als einer Stunde Rückstand kam der viermalige deutsche Rallye-Meister schließlich nur als 80. ins Ziel.

Zunächst sei alles optimal gelaufen, meinte Depping. Doch etwa 80 km vor dem Ziel sei sein Motor plötzlich nicht mehr über 2000 Umdrehungen hinausgekommen, sagte der VW-Pilot, der jedoch nicht aufgeben will: "Noch ist nichts verloren."

Verlegung wegen Terror-Drohung

Insgesamt stehen 9578 Kilometer durch Argentinien und Chile auf dem Programm. Die Dakar war 2008 wegen Terror-Drohungen abgesagt und daraufhin nach Südamerika verlegt worden.

Sie endet nach 14 Etappen über unterschiedlichstes Terrain mit zwei Anden-Überquerungen und einer Passage durch die extrem trockene Atacama-Wüste am 18. Januar ebenfalls in Buenos Aires (Höhenluft statt Wüstensand).

530 Teilnehmer auf Autos, Motorrädern, Trucks und Quads stellen sich der Herausforderung. Die Strecke führt bis auf eine Höhe von 4700 Meter.

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