vergrößernverkleinern
Einsam an der Spitze: Carlos Sainz führt die Dakar souverän an © getty

Dieter Depping verpasst nur knapp seinen ersten Etappensieg bei der Rallye Dakar. Carlos Sainz baut die Gesamtführung aus.

Santiago - VW fährt dem historischen Triumph entgegen, doch die Rallye Dakar trägt wieder einmal Trauerflor:

Am Ruhetag starben zwei Peruaner nach einem Unfall mit dem Transportfahrzeug. Die beiden kamen in ihrem PKW ums Leben, als der argentinische Fahrer des Begleit-LKW bei Pejerreyes 400 km nördlich der Hauptstadt Santiago ein Vorfahrtsschild missachtete.

Marcelo Sanchez, der Fahrer des Reifentransporters, wurde zur Vernehmung von der chilenischen Polizei festgenommen.

Durch den Unfall wird die erstmals in Südamerika gefahrene Marathon-Rallye nun schon von drei Todesfällen überschattet.

Zu Wochenbeginn war der französische Motorrad-Pilot Pascal Terry tot aufgefunden worden. Als Todesursache war bei der Obduktion ein Lungenödem festgestellt worden, das zu einem Atmungs- und Herzstillstand geführt hatte. In der Schreckens-Bilanz der berühmt-berüchtigten Rallye werden seit der Premiere 1979 insgesamt 56 Todesfälle aufgeführt.

Depping verpasst Etappensieg

Sportlich läuft bei Volkswagen alles nach Plan, die Wolfsburger behaupten mit dem VW Touareg eine Dreifach-Führung.

Der zweimalige Rallye-Weltmeister Carlos Sainz (Spanien) liegt nach seinem vierten Tagessieg nun 10:57 Minuten vor Dirk von Zitzewitz, Beifahrer des südafrikanischen Piloten Giniel de Villiers. 18:05 Minuten zurück sind Mark Miller/Ralph Pitchford (USA/Südafrika) Dritte.

Dieter Depping/Timo Gottschalk, die erstmals im offiziellen Dakar-Kader von VW stehen, sind auch weiter schnell unterwegs. Am Sonntag verpasste das Duo als Zweiter nur knapp den ersten Tagessieg, arbeitete sich im Gesamtklassement aber auf Platz acht vor.

Sainz schreibt Geschichte

Sainz gilt seit jeher als Kämpfernatur. Nicht umsonst nennen ihn nicht nur seine Fans "El Matador". Bei der Rallye Dakar gibt der Spanier im blauen Race Touareg von Beginn an den Ton an: Drei der sieben Etappen gewann er, an drei von sieben Tagen führte er.

Der 46-Jährige aus Madrid hat im klassischen Rallyesport Geschichte geschrieben. Er gewann zwei WM-Titel, beendete die WM nicht weniger als elfmal unter den besten Drei und siegte in 26 WM-Läufen - eine Rekordmarke, die erst vor rund zwei Jahren von Sebastian Loeb gebrochen wurde.

2005 wechselte Sainz in den Marathon-Rallyesport zu Volkswagen. Bei seiner ersten Dakar 2006 gewann er auf Anhieb vier Etappen, 2007 führte er vier Tage das Feld an, und 2007 gewann er auch den FIA Marathon-Rallye-Weltcup. Doch der Spanier will mehr, er will den Dakar-Sieg, für sich und für Volkswagen.

"Carlos bleib ruhig"

"Ich sage mir immer wieder: Carlos bleib ruhig", erzählt er: "Bei der Dakar kann man nichts erzwingen, in einer Sekunde kann alles aus sein." Die Geduld macht sich nicht nur auf der Strecke bemerkbar.

Am Ruhetag der Dakar-Premiere in Südamerika stand er über sechs Stunden den einheimischen und eingeflogenen Medien und Gästen Rede und Antwort - und schien es mit einem Lächeln sogar zu genießen.

In Südamerika ist Carlos Sainz wie in der Heimat ein Superstar. Täglich feiern ihn die Massen entlang der Strecke. Dreimal gewann er den WM-Lauf in Argentinien, zuletzt 2004. "Das nützt mir leider nichts, wenn wir jetzt in die Atacama-Wüste kommen", meint er.

Schwieriges Terrain

Volkswagen hat sich sehr sorgfältig auf die Dakar vorbereitet, sagt Sainz: "Wenn uns der Sieg gelingt, geht für viele Menschen ein großer Traum in Erfüllung, auch für mich." Die neue Dakar habe allen Teilnehmern schon in der ersten Woche enorm viel abverlangt.

Sainz: "Sie ist enorm schwierig, für einige sogar zu schwierig. Und die zweite Woche wird noch härter." Deshalb will der 46-Jährige noch nichts vom Sieg wissen: "Wir sind noch lange nicht im Ziel."

Warnendes Beispiel

Warnendes Beispiel für Sainz ist dabei Erzrivale Mitsubishi. Der Rekordgewinner (zwölf Siege) hat nach einer Woche von seinen vier Autos nur noch den Lancer mit Juan Nani Roma im Rennen. Allerdings liegt der Spanier auf Position vier bereits 33:31 Minuten hinter Sainz zurück.

Hiroshi Masuoka (Japan), Luc Alphand (Frabkreich) und der neunmalige Sieger Stephane Peterhansel (Frankreich) blieben wegen technischer Probleme allesamt auf der Strecke.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel