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Carlos Sainz hat in seinem VW Toureg derzeit 27 Minuten Vorsprung auf Platz zwei © SPORT1

Carlos Sainz und Volkswagen dominieren die Dakar und stehen vor historischen Triumphen. Guerrero schwebt weiter in Lebensgefahr.

Copiapo - Dakar-Dominator Carlos Sainz kann sich auf dem Weg zum historischen Erfolg nur noch selbst schlagen.

Nachdem der zweimalige Rallye-Weltmeister auch die Sanddünen der chilenischen

Atacama-Wüste gemeistert hat, führt der Spanier mit dem VW Race Touareg die Gesamtwertung vor den letzten drei Etappen mit fast einer halben Stunde Vorsprung an.

Sainz will noch nichts vom Sieg wissen. "Die Dakar ist zwei Wochen Wahnsinn. Ein Fehler, und alles kann vorbei sein", sagte der 46-Jährige im Kicker-Interview.

Vier Etappensiege in Folge

Am Mittwoch durfte sich "El Matador" über einen zusätzlichen Ruhetag freuen, denn die Organisatoren sagten die 11. Etappe zwischen Copiapo (Chile) und Fiambala (Argentinien) wegen schlechter Wetterprognosen ab.

Selten hat ein Fahrer die Dakar derart dominiert wie Sainz. Der VW-Pilot gewann sechs der bisherigen zehn Etappen, die letzten vier sogar in Folge.

"Carlos ist ein Glücksfall für unser Team. Er ist ein absoluter Vollprofi, der immer hundert Prozent gibt", sagt VW-Sportchef Kris Nissen.

Erster Triumph im Diesel?

Für den Automobilhersteller aus Wolfsburg, der das Abenteuer Dakar generalstabsmäßig vorbereitet hat, läuft derzeit alles nach Plan.

Volkswagen hat die härteste Rallye der Welt beinahe schon zu einem Markenpokal gemacht, denn an der Spitze liegen gleich drei rund 280 PS starke Touareg. VW wäre der erste Autobauer, der die Dakar mit einem Diesel-Fahrzeug gewinnen würde.

Sainz führt das Gesamtklassement mit einem Vorsprung von 27:31 Minuten vor seinem Markenkollegen Mark Miller (USA) an. Auf Platz drei folgt der Südafrikaner Giniel de Villiers mit Beifahrer Dirk von Zitzewitz (Karlshof) mit einem Rückstand von 41:13 Minuten in einem weiteren VW Touareg.

"Besser, schneller und zuverlässiger"

Bester Nicht-VW-Pilot ist der Spanier Nani Roma im Mitsubishi Lancer, der bei dem riesigen Abstand von 1:13:13,5 Stunden allerdings schon auf einen Totalausfall der Wolfsburger hoffen muss.

Nissens Erfolgsgeheimnis ist denkbar einfach. "Das Auto ist viel besser, schneller und zuverlässiger geworden, und unsere Fahrer haben jetzt mehr Erfahrung mit Marathon-Rallyes", meint der Däne, für den die 30. Rallye Dakar, "härter, anspruchsvoller und

schwieriger ist, als wir es jemals in Afrika erlebt haben".

Auch für Sainz ist die Verlegung der Dakar nach Südamerika ein Erfolg. "Ich wusste, dass die Argentinier Motorsport-verrückt sind, aber diese Menschenmassen haben meine Erwartungen übertroffen. Was hier auf den Straßen abgeht, habe ich in meiner Karriere noch nie erlebt", sagte er im "Welt-Interview".

Guerrero weiter in Lebensgefahr

Überschattet wurde die zehnte Etappe erneut von einem schweren Sturz. Der spanische Motorradfahrer Cristobal Guerrero fiel nach einem Unfall ins Koma und musste ins Krankenhaus des Start- und Zielorts Copiapo eingeliefert werden.

Der 48-jährige zweifache Vater leidet an einem Gehirnödem und schwebt weiter in Lebensgefahr. "Nach den Röntgenaufnahmen beschreiben die Ärzte seinen Zustand als

kritisch", hieß es in einer Mitteilung der Rallye-Organisatoren.

Bei der diesjährigen Auflage der Rallye, die erstmals in Südamerika stattfindet, waren zuvor der französische Motorradfahrer Pascal Terry sowie zwei peruanische Fahrer eines Transportfahrzeugs tödlich verunglückt. Insgesamt hat die Rallye Dakar seit ihrer

ersten Auflage 1978 bereits 56 Menschen das Leben gekostet.

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