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Sieger De Villiers gewann zwei Etappen bei der diesjährigen Rallye Dakar © imago

Nach dem historischen Triumph bei der Rallye Dakar herrscht große Freude bei VW. Dennoch wird die Rallye vom Tod überschattet.

Buenos Aires - Als der historische Triumph endgültig unter Dach und Fach war, gab es beim VW-Team (De Villiers beschert historischen Sieg) kein Halten mehr.

Nach sechs vergeblichen Anläufen feierten die Wolfsburger den ersehnten Erfolg bei der Rallye Dakar.

Danach kullerten die Freudentränen, die Sieger lagen sich erschöpft, aber überglücklich in den Armen.

"Wir haben es geschafft! Auf diesen historischen Triumph kann Volkswagen stolz sein", sagte VW-Sportchef Kris Nissen nach den 14 Etappen und 9574 Kilometern quer durch Argentinien und Chile.

Der Südafrikaner Giniel de Villiers und Beifahrer Dirk von Zitzewitz bescherten dem Wolfsburger Automobilkonzern bei der Dakar-Premiere in Südamerika im VW Touareg den ersten Sieg überhaupt mit einem Diesel-Auto bei der härtesten Rallye der Welt.

Doppelsieg für VW

Mark Miller (USA) und Ralph Pitchford (Südafrika) belegten in einem weiteren 280 PS starken Touareg mit 8:59 Minuten Rückstand den zweiten Platz und machten damit den VW-Doppelsieg perfekt.

Seine Mannschaft habe nicht nur die starken Gegner Mitsubishi und X-raid-BMW geschlagen, sondern auch die Rallye Dakar selbst bezwungen, sagte Nissen: "Sie war herausfordernder, anspruchsvoller und materialmordender als je zuvor."

Drei Tote

Tragische Unglücke mit drei Toten überschatteten auch diesmal die Dakar. Der französische Motorradfahrer Pascal Terry wurde nach einer Irrfahrt durch die Pampa zu spät geborgen und starb an einem Lungenödem.

Zudem erlagen zwei Peruaner ihren Verletzungen nach einem Unfall mit einem Transportfahrzeug.

Der spanische Motorradfahrer Cristobal Guerrero fiel nach einem Unfall ins Koma, sein Zustand ist weiterhin ernst.

Insgesamt hat die Rallye Dakar seit ihrer ersten Auflage 1979 bereits 56 Menschen das Leben gekostet.

Große Erleichterung

Mehr als 200 Millionen Euro hat VW in den vergangenen Jahren in das Abenteuer Dakar investiert, der Druck war gewaltig.

Entsprechend groß war die Erleichterung. "Ich bin so glücklich über diesen Erfolg. Dieser Sieg ist mehr wert als alle Titel, die ich im Tourenwagensport erreicht habe", sagte de Villiers.

Dirk von Zitzewitz hatte nach dem größten Erfolg seine Karriere Freudentränen in den Augen. "Ich habe erst an den Sieg geglaubt, als wir die letzte Prüfung hinter uns hatten", sagte der Beifahrer.

Der Schlüssel zum Sieg sei die zwölfte Etappe gewesen: "Da sagte mir mein Gefühl, dass wir es schaffen können. Wenn nicht jetzt, wann dann?"

Glück ist Pech des Teamkollegen

De Villiers und von Zitzewitz profitierten allerdings auch vom unsagbaren Pech ihres prominenten Teamkollegen Carlos Sainz. Der zweimalige Rallye-Weltmeister war der eigentliche Dakar-Dominator.

Der Spanier gewann sechs Etappen und führte das Klassement der 168 gestarteten Autos an acht Tagen an. Auf der 12. Etappe schied Sainz dann nach einem schweren Unfall aus.

Der Spanier blieb unverletzt, Beifahrer Michel Perin (Frankreich) musste mit einer Schulterfraktur ins Krankenhaus. (Bitteres Aus für den haushohen Favoriten)

VW beendete bei der Dakar eine sieben Jahre andauernde Erfolgsserie von Mitsubishi.

Die Japaner mussten bereits in der ersten Woche die Ausfälle von Titelverteidiger Stephane Peterhansel (Frankreich) und der Mitfavoriten Luc Alphand (Frankreich) und Hiroshi Masuoka (Japan) hinnehmen.

"Emotionalste Moment"

Von jeglichen Absprachen losgelöst, sicherte de Villiers, der 2006 die Dakar als Zweiter beendet hatte, am Schlusstag den zweiten Etappensieg. "Das war der emotionalste Moment meines Lebens", sagte de Villiers.

Auf Gesamtrang drei landete Robby Gordon (USA) in einem Hummer (1:46:15 Stunden zurück). Auf Platz sechs vervollständigte Dieter Depping (8:28:55) als bester Deutscher das beeindruckende VW-Ergebnis.

Bei den Motorrädern feierte Marc Coma einen Start-Ziel-Sieg. Der 2006 erfolgreiche KTM-Pilot hatte seine Konkurrenten bereits auf der ersten Etappe geschockt, als er das Teilstück mit mehr als 40 Minuten Vorsprung gewann.

Am Ende hatte der Spanier 1:25 Stunden Vorsprung auf Vorjahressieger Cyril Despres aus Frankreich (KTM).

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