vergrößernverkleinern
Mitsubishi hatte die Dakar zwischen 2001 und 2007 siebenmal in Serie gewonnen © getty

Der zwölfmalige Dakar-Sieger folgt dem Beispiel anderer japanischer Konzerne und zieht sich sofort aus dem Rallyesport zurück.

Tokio/München - Heute Mitsubishi, morgen VW - die weltweite Finanzkrise zwingt immer weitere Automobilkonzerne zur Vollbremsung.

Am Mittwoch gab Mitsubishi den Rückzug aus dem Marathon-Rallyesport bekannt und läutete damit das Ende der legendären Rallye Dakar in ihrer bisherigen Form ein.

Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass Volkswagen nach dem historischen Dakar-Triumph vor wenigen Wochen dem Beispiel Mitsubishis folgen wird, da eine Fortsetzung des Engagements ohne den Hauptgegner keinen Sinn mehr macht.

Stuck deutet VW-Aus an

"Es wird mit Sicherheit Einsparmaßnahmen im Motorsport geben", sagte VW-Repräsentant Hans-Joachim Stuck und deutete damit den Ausstieg bereits an. Im März will der Vorstand der Wolfsburger eine Entscheidung verkünden.

VW lässt sich das Abenteuer Dakar mit Vorbereitung und Entwicklung jährlich etwa 50 Millionen Euro kosten - angesichts der Flaute auf dem Automarkt eine gigantische Summe.

"Der plötzliche Einbruch der Weltwirtschaft zwingt das Unternehmen, seine Ressourcen gezielter einzusetzen", begründete der Mitsubishi den Schritt. Die Japaner sind mit insgesamt 12 Erfolgen Rekordsieger der Dakar, die nach Terror-Drohungen in diesem Jahr erstmals in Südamerika stattfand.

Sportlich am Ziel

VW ist sportlich seit diesem Jahr ebenfalls am Ziel, feierte im Januar durch den Erfolg des Südafrikaners Giniel de Villiers mit Beifahrer Dirk von Zitzewitz (Karlshofen) im Race Touareg einen historischen Sieg (VW mit historischem Sieg) und gewann den Klassiker als erster Hersteller mit einem Diesel-Auto.

Zudem gehen nach den zahlreichen Rückzügen der Konkurrenz die Herausforderer aus. Ein eingeschränktes Engagement ist nicht möglich; die Dakar kostet mit drei Autos nahezu genauso viel wie mit bisher vier.

Dakar-Direktor Etienne Lavigne zeigte sich "überrascht" vom Entschluss Mitsubishis. "Ich bedauere es sehr, dass wir - auch menschlich - eines der besten Teams der Geschichte verlieren", sagte Lavigne, machte sich aber keine Sorgen um die Zukunft der legendären Rallye: "Wir haben schon andere Ausstiege erlebt, wie die von Peugeot und Citroen."

VW-Sportchef Kris Nissen bedauerte die Entscheidung von Mitsubishi: "Wir hoffen jedoch, dass dieses gute Team eine Möglichkeit findet, weiterhin an den Start zu gehen."

Defizit von 500 Millionen

Mitsubishi, der viertgrößte Automobilhersteller Japans, gab am Mittwoch bekannt, in der im März vorzulegenden Jahresbilanz ein Defizit von mehr als 500 Millionen Euro netto zu erwarten. Der Autobauer hatte sein Engagement in der Rallye-WM bereits 2005 beendet.

Mit dem Finnen Tommi Mäkinen gewann Mitsubshi von 1996 bis 1999 viermal in Folge die Fahrer-WM und 1998 zudem den Hersteller-Titel. Mit insgesamt 34 Siegen zählen die Japaner zu den erfolgreichsten Herstellern in der WM.

Neben einer geplanten Gehaltskürzung der leitenden Angestellten von 40 Prozent fällt auch der Rallyesport den Kürzungen zum Opfer. "Es ist sehr traurig und tut mir sehr leid für unsere Fans", sagte Mitsubishi-Motorsportpräsident Osamu Masuko.dakar

"Es tut mir weh"

"Seit 2004 hatten wir schwere Zeiten und haben unser Engagement mit Kostenreduzierungen immer wieder fortgesetzt. Es tut mir weh, aber wir sind einfach nicht mehr in der Lage, dies weiterhin zu tun."

Zuvor hatten bereits Suzuki (Suzuki fürchet Finanzkollaps) und Subaru wegen der Finanzkrise ihren Rückzug aus der Rallye-WM erklärt.

Dort sind in diesem Jahr werksseitig nur Markenchampion Citroen und Ford vertreten. Nach dem Ausstieg von Honda aus der Formel 1 und Kawasaki aus der Motorrad-WM bedeutete der Mitsubishi-Rückzug bereits die fünfte Vollbremsung im Motorsport innerhalb weniger Wochen.

Hoffen auf Investoren

Honda und Kawasaki hoffen noch, dass private Investoren die Teams übernehmen; bisher hat sich aber noch niemand gefunden.

Mitsubishi-Sprecher Adam Sorkin bestätigte, dass es schon "vor und während der Dakar Gespräche über die Zukunft" gegeben habe. Nach dem missglückten Premieren-Jahr mit den Diesel-Motoren wurde das ursprünglich bis 2011 geplante Projekt schließlich gestoppt.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!

Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel