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Sebastien Loeb wurde bereits vier Mal Weltmeister © getty

Der "Rallye-Imperator" gewinnt zum siebten Mal in Folge die Deutschland-Rallye und übernimmt dadurch auch die WM-Führung.

Trier - Mit einer Triumphfahrt im Circus Maximus hat Sebastien Loeb zum siebten Mal die Deutschland-Rallye gewonnen und damit auch die WM-Führung zurückerobert.

Seit der Aufnahme der Rallye in den WM-Zirkus 2002 duldet der Rallye-Imperator keinen anderen Namen in der Siegerliste.

Diesmal verwies der flotte Franzose seinen spanischen Citroen-Teamkollegen Dani Sordo souverän mit 47,7 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz.

Der bisherige WM-Spitzenreiter Mikko Hirvonen aus Finnland kam beim 10. von 15 WM-Läufen in seinem Ford Focus nicht über Platz vier (1:30,1 Minuten zurück) hinaus und hat in der Gesamtwertung jetzt vier Zähler Rückstand auf Loeb (72: 76).

"Perfekte Rallye"

"Es war eine perfekte Rallye für mich, aber Mikko ist auf Asphalt viel stärker geworden. Eine Vorentscheidung ist das noch nicht", sagte Loeb nach der letzten Prüfung rund um die Porta Nigra im Herzen der alten Römerstadt Trier, die erstmals live im Fernsehen übertragen wurde.

Hirvonen hatte durch einen Reifenschaden auf der letzten Prüfung am Samstag Rang drei an Francois Duval verloren.

Der Beliger im Ford Focus des Stobart-Teams stand nach Platz zwei im Vorjahr erneut auf dem Podium (1:20,0).

Loeb auf Rekordjagd

Sollte Loeb am Ende des Jahres zum fünften Mal in Folge den WM-Titel holen, wäre er auch in dieser Wertung alleiniger Rekordhalter.

Auf vier Titel kommen bislang noch die beiden Finnen Juha Kankkunen (1986, 1987, 1991, 1993) und Tommi Mäkinen (1996 bis 1999).

Sein siebter Erfolg in Deutschland war insgesamt bereits der 43. seiner einzigartigen Karriere. Sein Citroen-Team feierte Erfolg Nummer 49 und liegt damit jetzt vor der Konzernschwester Peugeot (48) allein auf Platz drei der ewigen Bestenliste.

"Super-Seb" dominiert nach Belieben

Bis er am Sonntag ein wenig Tempo herausnahm, dominierte "Super-Seb" seine Lieblingsrallye erneut nach Belieben und holte sich die ersten 13 Bestzeiten am Stück.

"Ich sterbe jedes Mal 1000 Tode neben ihm", meinte Co-Pilot Daniel Elana mit einem Schmunzeln.

"Ich wollte von Anfang an zeigen, wer Herr im Hause ist. Seit es den deutschen WM-Lauf gibt, hat ihn noch nie jemand anderes gewonnen als ich. Und das sollte gefälligst auch so bleiben", sagte Loeb.

Großer Zuschauerandrang

Dass seine Dominanz für Langeweile sorgen könnte, glaubt Loeb nicht. "Wenn es langweilig wäre, dann wäre nicht am Freitag eine Prüfung wegen zu großen Zuschauerandrangs neutralisiert worden", sagte er.

Im Gegenteil, an allen drei Tagen gab es Besucherrekorde, insgesamt kamen rund 270.000 Fans.

"Wir sind mehr als zufrieden. Das war eine Bilderbuch-Rallye", sagte ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk.

Kein Rennen in Deutschland 2009

Umso mehr schmerzt die Veranstalter, dass durch die neue Rotation in der Rallye-WM 2009 Deutschland nur Zuschauer sein wird.

"Absolut unverständlich, auf breiter Front", meinte Tomczyk, der wenig Hoffnung hat, dass die auch bei Teams und Herstellern höchst umstrittene Entscheidung des Automobil-Weltverbandes FIA doch noch rechtzeitig wieder geändert wird.

Die einjährige Zwangspause stellt auch die generelle Zukunft des deutschen WM-Laufes, der nach Sponsoren sucht, in Frage.

"Das Jahr Pause ist schon schwer genug. Die Zukunft darüber hinaus wird davon abhängen, ob es ab 2010 wieder einen jährlichen WM-Lauf gibt. Wenn es diese Perspektive gibt, dann ist das ein lösbares Problem", sagte Tomczyk.

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