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Sebastien Loeb wurde bisher fünf Mal Rallye-Weltmeister © getty

Sebastien Loeb fährt auf Zypern zu seinem 50. Erfolg bei einer Rallye-WM. Hinter dem Citröen-Piloten fuhr ein Finne auf Platz zwei.

München - Als erster Rallyefahrer hat Sebastian Loeb das "goldene" WM-Jubiläum geschafft.

Der fünfmalige Weltmeister aus Frankreich gewann in seinem Citroen C4 auch die Zypern-Rallye und feierte damit seinen insgeamt 50. WM-Triumph.

Der 35-Jährige lag nach 14 Wertungsprüfungen 27,2 Sekunden vor Vizeweltmeister Mikko Hirvonen aus Finnland im Ford Focus.

Mit seinem dritten Sieg im dritten Saisonrennen baute Loeb auch seine WM-Führung aus (Alle Motorsport-News).

Sebastien Loeb dominiert die Rallye-Welt wie einst Michael Schumacher die Formel 1.

"50 ist eine tolle Zahl"

Seit fünf Jahren ist nur er Weltmeister, doch die Jagd nach immer neuen Bestmarken lässt Sebastien Loeb noch nicht kalt. "Das ist unglaublich. 50 ist eine tolle Zahl. Ich bin sehr glücklich darüber und habe nicht vor, hier aufzuhören", sagte der Elsässer nach seiner Zielankunft in Anadiou Dam.

"Einige sagen, ich müsse wie Schumacher sieben oder noch mehr WM-Titel holen. Aber wenn ich keine Lust mehr habe, höre ich auf und mache etwas anderes", sagte Loeb der Schweizer Fachzeitung Automobil Revue.

Neue Dimensionen erreicht

"Super-Seb", wie ihn seine Fans und Konkurrenten ehrfurchtsvoll nennen, hat in der Rallye-WM völlig neue Dimensionen erreicht.

Niemand holte vor ihm fünf WM-Titel, niemand gewann so viele Rallyes, niemand schaffte elf Siege in einer Saison, und niemand außer ihm brachte jemals das Kunststück fertig, wie 2005 auf Korsika bei einer Rallye alle Sonderprüfungen zu gewinnen.

Loebs Stärke: Keine Schwäche

Loebs große Stärke ist, dass er keine Schwächen mehr hat und sich wie ein Chamäleon perfekt an alle Gegebenheiten anpassen kann.

"Es gibt französische Fahrer, die auf Asphalt gut sind, aber nicht auf Schotter. Umgekehrt sind Nordländer auf Schotter stärker als auf Asphalt. Ich sehe nicht ein, warum man nicht überall stark sein kann", erklärt der Champion seine Philosophie.

"Wenn man spürt, was man mit seinem Auto anstellt, weiß man, was effizient ist. Ob auf Schotter, Schnee oder Asphalt: Ich weiß aufgrund meines Fahrstils, ob ich gut war oder Zeit verloren habe."

"Überholmanöver sind Improvisation"

Dabei genießt Loeb die ständig neuen Herausforderungen, die ihm der Rallyesport bietet und die "enorme Konzentration" verlangen.

"Gelegentlich fahre ich auf Rennstrecken, und auf der gleichen Strecke kennt man die Kurven bald auswendig. Man muss exakt wissen, wo man bremst und einlenkt und welchen Gang man verwenden soll. Das Rennen und die Überholmanöver sind dann Improvisation", erläutert er.

Im Rallyesport bewege man sich immer am Limit, ohne die Strecke genau zu kennen, und gleichzeitig müsse man den Ansagen seines Co-Piloten zuhören.

Loeb schwärmt von Norwegen

Dazu kommen Grenzerfahrungen wie zuletzt bei seinem Sieg in Norwegen.

"Was ich in Norwegen erlebt habe, können mir Rundstreckenrennen nie bieten. Man fährt mit 180 Sachen über den Schnee auf einer Strecke, die man kaum kennt. Solche Empfindungen hat man sonst nirgendwo", schwärmt Loeb.

Zu alt für die Formel 1

Für einen Wechsel in die Formel 1, wo er zuletzt bei Testfahrten einen guten Eindruck hinterlassen hatte, sei er zu alt. "Heute nehmen sie 19 Jahre alte Fahrer. Ich bin schon 35. Zudem darf nach neuem Reglement von Anfang bis Ende der WM-Saison nicht mehr getestet werden", meint der frühere Kunstturner.

"Da lohnt es sich gar nicht, darüber nachzudenken. Ich sehe mich eines Tages eher bei Langstreckenrennen, in der DTM oder ähnlichem."

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