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Sandro Cortese hatte sich sein erstes Podium anders vorgestellt © imago

Nur vier Runden dauert der Saison-Auftakt in der 125er-Klasse. Die Königsklasse muss ganz dran glauben, die 250er sprinten.

Losail - Sandro Cortese hat beim chaotischen Saison-Auftakt in Katar seinen ersten Podestplatz in der Motorrad-WM erzielt.

Allerdings musste der 19 Jahre alte Derbi-Pilot aus Berkheim dafür im Rennen der 125er-Klasse nur vier Runden absolvieren, dann wurde das Rennen wegen starken Regens abgebrochen und nicht wieder aufgenommen.

Die Rennkommission mit Valentino Rossi (Auf der Jagd nach "Doctor Rossi") und Loris Capirossi als Vertreter der Fahrer-Kommission entschied anschließend, den Lauf nicht mehr aufzunehmen.

Der Stand der letzten vollendeten Runde wurde als Ergebnis gewertet, die Fahrer erhalten aber nur die halbe Punktzahl.

Barbera siegt in 250er-Klasse

Der erst 15 Jahre alte Jonas Folger (Mühldorf/Aprilia) belegte völlig überraschend Rang sechs, Stefan Bradl geht als Achter in die Wertung.

Die größte deutsche Titel-Hoffnung hatte dabei Pech. Der 19 Jahre alte Zahlinger hatte sich beim Rennabbruch bis auf Rang sechs vorgearbeitet, es galt jedoch der Stand der letzten vollendeten Runde.

Offizieller Sieger wurde der Italiener Andrea Iannone (Aprilia). (88267DIASHOW: Die besten Bilder der Moto-GP)

Das auf 13 Runden verkürzte Sprintrennen der 250er gewann der Spanier Hector Barbera (Aprilia). Das Rennen der MotoGP wurde sogar komplett abgesagt.

Fragwürdige Vorhersage

Eine Viertelstunde vor dem Abbruch des 125er-Rennens hatten die Wettervorhersagen noch "keinen Regen" prophezeit, doch es folgte ein plötzlicher Wolkenbruch.

Da der Saison-Auftakt wie im Vorjahr als Nachtrennen ausgetragen wurde, war das Risiko für einen Neustart zu groß, da sich das Flutlicht auf der nassen Piste spiegelte und für zusätzliche Gefahr sorgte.

"Der erste Pokal ist trotzdem schön", meinte Cortese.

"Keine Versuchskaninchen"

"Wir haben ein halbes Jahr auf den Saison-Auftakt gewartet, testen, fliegen nach Katar, haben die Kosten - und nach vier Runden ist alles vorbei. Aber so ist das Leben", meinte Bradl konsterniert.

Die Entscheidung der Rennleitung wollte er nicht werten: "Ich bin froh, dass ich sie nicht treffen musste. Hier ist noch niemand im Regen gefahren, und man wollte uns eben nicht zu Versuchskaninchen machen."

Aus sportlicher Sicht fand der WM-Vierte des Vorjahres den Abbruch "ärgerlich, weil ich gerade eine Aufholjagd gestartet habe.

Aber wenigstens gibt es nur halbe Punkte, da habe ich nicht so viel verloren. Eigentlich ist das schon zu viel, volle Punktzahl wäre absolut ungerecht gewesen", meinte der Bayer.

Cortese erleichtert

Cortese war aus Sicherheitsgründen froh über den Abbruch.

"Die letzten beiden Runden im Regen waren unglaublich. Ich habe schon nur noch auf Sicherheit geschaut, nicht mehr auf die Platzierung", meinte der Schwabe: "Es wäre einfach sehr gefährlich gewesen, bei solchen Konditionen weiterzufahren."

Folger senior staunt

Folger, der nach der ersten Runde sensationell sogar Rang zwei belegt hatte, erhält für seinen sechsten Platz immerhin fünf WM-Punkte und versetzte seinen Vater Jakob in Staunen.

"Ich weiß auch nicht, warum er so schnell ist. Anscheinend hat er es einfach im Blut und richtig Freude am Fahren", meinte Folger senior.

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