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Sandro Cortese (Foto), wie auch Bradl und Folger fahren auf Aprilia © imago

Der Australier trumpft wieder mal ganz groß auf. Schwarz-rot-gold sorgt beim Saisonauftakt in Katar für das beste Ergebnis seit 1994.

Losail - Im Regenchaos in der Wüste hatten die deutschen Motorradrennfahrer zum WM-Auftakt Oberwasser.

Sandro Cortese stand erstmals auf dem Podest, Shootingstar Jonas Folger sorgte als Sechster für die Überraschung des Wochenendes.

Und Stefan Bradl komplettierte als Achter das beste deutsche Ergebnis seit 15 Jahren.

"Der erste Pokal ist trotzdem schön", meinte der 19-jährige Cortese nach dem dritten Platz: "Der kommt auf der Rückreise ins Handgepäck, damit er unversehrt bleibt."

Vier eindrucksvolle Runden

Im Abbruchrennen in Katar hat das deutsche Teenager-Trio seine Ambitionen eindrucksvoll untermauert - auch wenn es nur vier Runden Zeit dazu bekam. (Cortese im Chaos aufs Treppchen)

Dann wurde der Grand Prix in der 125er-Klasse wegen starken Regens abgebrochen.

Der Stand der letzten vollendeten Runde wurde als Ergebnis gewertet, wie bei der Formel 1 in der Woche zuvor in Malaysia gab es auch für die Zweirad-Asse diesmal nur die halbe Punktzahl.

Stoners große Show

Der Lauf in der Königsklasse MotoGP (88267DIASHOW: Die besten Bilder der Moto-GP) fiel zunächst ins Wasser und wurde erst am Montagabend nachgeholt. Vize-Weltmeister Casey Stoner gelang in Katar sein dritter Sieg in Folge.

Der australische Ducati-Pilot gewann das Auftaktrennen in Losail. Auf Platz zwei folgte Weltmeister Valentino Rossi aus Italien, Dritter wurde der Spanier Jorge Lorenzo (beide Yamaha).

Rossi motzt

"Das ist wirklich eine Schande", hatte Weltmeister Valentino Rossi die ungewöhnliche Entscheidung der Verschiebung des Rennens am Sonntag kommentiert.

Und weitzer: "Aber so Bedingungen konnte man in Katar nicht erwarten."

In Katar gibt es durchschnittlich nur acht Regentage im Jahr. Im auf 13 Runden verkürzten Lauf der Viertelliterklasse siegte Hector Barbera (Spanien).

"Es war sehr gefährlich"

Zwar wurde der 19-jährige Bradl, WM-Vierter 2008, beim Angriff auf die Spitze gestoppt - in der abgebrochenen fünften Runde war er schon Sechster - doch so gab es im Kollektiv ein starkes deutsches Ergebnis.

Zuletzt hatten sich am 8. Mai 1994 in Jerez ebenfalls in der Achtelliterklasse in Peter Öttl (2.), dem damals amtierenden Weltmeister Dirk Raudies (5.) und Oliver Koch (7. ) drei deutsche Piloten unter den ersten Acht platziert.

"Es war sehr gefährlich zu fahren. Aber ich wollte ein bisschen riskieren, um Platz drei im Falle des Abbruchs zu retten, aber nicht zu viel, um nicht zu stürzen", meinte Cortese strahlend.

Aufholjagd gestoppt

Bradl war ein wenig frustriert.

"Wir haben ein halbes Jahr auf den Saisonauftakt gewartet, testen, fliegen nach Katar, haben die Kosten - und nach vier Runden ist dann alles vorbei", meinte der Sohn des früheren Vize-Weltmeisters Helmut Bradl.

Die Entscheidung der Rennleitung wollte Bradl nicht bewerten: "Hier ist noch niemand im Regen gefahren, und man wollte uns halt nicht zu Versuchskaninchen machen."

Aus sportlicher Sicht fand der WM-Vierte des Vorjahres den Abbruch "ärgerlich, weil ich gerade eine Aufholjagd gestartet hatte. Aber wenigstens gibt es nur halbe Punkte, da habe ich nicht so viel verloren".

Folger wär gern länger gefahren

Für eine große Überraschung sorgte Folger. Der 15-Jährige aus Mühldorf belegte nach der ersten Runde sogar sensationell Rang zwei.

"Ich war sehr nervös, aber dann hat der Start super geklappt", sagte der Aprilia-Pilot: "Ich wäre gerne ein bisschen länger gefahren, aber auch so war es einen Super-Rennen."

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