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Ralf Schumacher fuhr von 1997 bis 2007 in der Formel 1 © getty

Aufakt in in die neue DTM-Saison: Vor dem Start am Hockenheimring macht sich "Schumi II" selbst Druck, Scheider bleibt ruhig.

München - Nach dem Lehrjahr will Ralf Schumacher jetzt sein Meisterstück machen.

Nachdem der ehemalige Formel-1-Pilot 2008 mit einem "Gebrauchtwagen" über die Runden kommen musste, gehört er in dieser Saison in einer aktuellen Mercedes C-Klasse plötzlich sogar zu den Favoriten in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM).

"Die Vorfreude ist auf jeden Fall größer. Ich habe nun auch die Möglichkeit, vorne mitzufahren", sagt Ralf Schumacher vor dem Auftaktrennen am Sonntag in Hockenheim.(Der Rennkalender)

Gestiegener Druck

"Schumi II" weiß aber auch, dass ihm nichts geschenkt wird. Im Gegenteil, im Duell mit ihm sind die Konkurrenten von Audi doppelt motiviert.

Die Erwartungshaltung sei natürlich größer, meint der 33-Jährige:

"Daher ist auch der Druck, den ich mir selbst mache, größer." Angst, die Fans zu enttäuschen? Schumacher: "Ich wünsche mir, dass am Ende der Saison viele sagen, dass es die richtige Entscheidung war, in der DTM weiterzumachen."

Jubiläum in Hockenheim

In Hockenheim wird in jedem Fall groß gefeiert, denn am Sonntag steigt das 100. Rennen der neuen DTM.

Unter Druck ist auch Meister Timo Scheider.

"Zum ersten Mal starte ich nicht als Jäger, sondern als Gejagter in eine DTM-Saison. Das ist ein neues, aber auch sehr schönes Gefühl", meint der Audi-Pilot. Seine Zielsetzung ist klar: "Ich will den Titel erfolgreich verteidigen."

Scheider zuversichtlich

Sollte Scheider der erneute Triumph gelingen, hätte Audi einen "Hattrick" geschafft, es wäre der dritte Titel für die Ingolstädter in Folge.

Dieses Kunststück ist in bisher 25 Jahren DTM noch keinem Hersteller gelungen.

Scheider: "Wir wollen die Ersten sein, denen das gelingt. Wir haben die Chance dazu, denn der Teamgeist stimmt, der Audi A4 DTM ist weiterentwickelt worden - nun liegt es an uns, etwas daraus zu machen."

Audi will gut starten

Audi will in Hockenheim die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen.

"Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass ein guter Saisonstart in der DTM besonders wichtig ist und im Titelkampf schon vorentscheidend sein kann", meint Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich.

Für die Ingolstädter ist es ohnehin eine ganz besondere Saison, denn die Marke Audi wird 2009 stolze 100 Jahre alt.

Wandlung zum Liebling

Ralf Schumacher will Audi aber einen Strich durch die Rechnung machen.

Der Wahl-Salzburger ist in der DTM sogar Publikumsliebling geworden, obwohl der sportliche Erfolg bislang ausgeblieben ist. Eine völlig neue Erfahrung für den Bruder des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher.

"Wow, bin ich das wirklich?", sagt "Schumi II", der einst wegen seiner etwas arroganten Art heftige Kritik einstecken musste.

Doch das gehört jetzt der Vergangenheit an. Es mache ihm richtig Freude, sein Image in der Öffentlichkeit aufzupolieren, sagt er. An dem Wandel sei Arbeitgeber Mercedes nicht ganz unbeteiligt gewesen.

Keine Gedanken an Karriereende

Was aber, wenn er in dieser Saison hinterherfährt?

Schumacher: "Über ein Karriere-Ende denke ich noch nicht nach. Ich fühle mich absolut wohl in der DTM, und ich hoffe, dass ich in dieser Saison schnell genug bin."

Dann werde man sehen, wo die Reise hinführe. Gerüchte über einen Start bei den 24 Stunden von Le Mans weist Schumacher zurück: "Das ist momentan überhaupt nicht mein Traum, ganz im Gegenteil."

Rückkehr in Formel 1?

Mit der Formel 1 hat Ralf Schumacher trotz des enttäuschenden Abgangs seinerzeit bei Toyota noch nicht ganz abgeschlossen.

"Wenn ich ein gutes Team fände, mit guten Voraussetzungen, dann würde ich sicherlich darüber nachdenken. Aber da die Zeit nicht stehenbleibt, wird das wohl eher nicht realistisch sein."

Und was ist mit Bruder Michael, wird man ihn in diesem Jahr in der DTM sehen?

"Eingeladen ist er natürlich jederzeit, aber ich glaube nicht, dass er kommen wird", sagt Ralf.

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