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Timo Scheider geht in der Saison 2009 mit österreichischer Rennlizenz an den Start © imago

Im Interview der Woche spricht Timo Scheider über Vorteile der DTM gegenüber der Formel 1 und die Veränderungen der neuen Saison.

Von Andreas Kloo

München - Das Jahr 2008 war ein bewegtes für Timo Scheider.

Zunächst krönte er sich der Audi-Pilot erstmals zum DTM-Champion. Dann wurde er zum ADAC-Motorsportler des Jahres 2008 gekürt ? noch vor Formel-1-Senkrechtstarter Sebastian Vettel.

Nach der verlängerten Rennpause startet der 30-Jährige am Wochenende in Hockenheim die Mission Titelverteidigung.

Im Interview der Woche von Sport1.de spricht er zudem über die Regeländerungen und deren Folgen, den höheren Reiz der DTM gegenüber der Formel 1 und die Chancen von Ralf Schumacher.

Sport1.de: Herr Scheider, wenn Sie jemanden überzeugen müssten, sich eher ein DTM-Rennen als ein Formel 1-Rennen anzusehen, welche Argumente für die DTM würden Sie nennen?

Timo Scheider: Fans würde ich empfehlen, zu einem Rennwochenende zu gehen und das Preis-Leistungs-Verhältnis zu vergleichen. Dann ist die Antwort ziemlich schnell gefunden. Denn die Möglichkeiten, die man bei der DTM als Zuschauer, Fan und Freund des Motorsports hat, die findet man bei der Formel 1 nicht. Da sind sie sehr begrenzt. (Hier geht's vorab zu Teil 2 des Interviews der Woche!)

Sport1.de: Was meinen Sie genau?

Scheider: Bei der DTM sind die Eintrittspreise geringer, man kann das Fahrerlager besuchen, die Fahrer laufen einem einfach über den Weg. Zudem kann man zu gewissen Zeiten die Boxengasse besuchen und es gibt viele Rahmenrennen. Ich kenne mich auch bei der Formel 1 ein bisschen aus, und da ist das Preis-Leistungs-Verhältnis einfach ein Riesenproblem.

Sport1.de: Inwiefern unterscheiden sich beide Serien da?

Scheider: Natürlich ist die Formel 1 die Königsklasse, dass will ich gar nicht absprechen. Aber der Sport auf der Strecke ist bei uns schon eher das, was ein Motorsport-Fan sehen will. Da gibt es schon mal den einen oder anderen Lackaustausch. Das bleibt in der Formel 1 in der Regel aus.

Sport1.de: Wie in der Formel 1 sind auch in der DTM eine Menge Regeln verändert worden, um den Finanzproblemen zu trotzen und um die Chancengleichheit zwischen den Fahrern und Teams zu verbessern. Wie bewerten sie das?

Scheider: Grundsätzlich ist die Idee, so viele Fahrer und Fahrzeuge wie möglich podiumsfähig zu machen. Trotz unseres engen Reglements finden die Teams aber Möglichkeiten, die Autos pro Jahr vier bis fünf Zehntel schneller zu machen. Da wir zwei Generationen von Fahrzeugen haben, soll das über Zusatzgewichte ausgeglichen werden. Das ist nicht abwegig. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Vorjahresfahrzeuge öfter mal ums Podium kämpfen, vielleicht sogar um Siege. Bei 20 Kilo Gewicht sind es etwa vier Zehntel von Strecke zu Strecke, die man erstmal schneller sein muss als ein Vorjahresfahrzeug. Auch mit den gut besetzten Fahrzeugen und Fahrern, die wir da haben.

Sport1.de: Wird das in den ersten Rennen den Ausschlag geben? (Der Rennkalender 2009)

Scheider: Zu Anfang der Saison wird das Risiko für die Aktuellen deutlich größer sein, weil die Erfahrung mit dem neuen Auto erst nach und nach wächst. Die wird uns dann aber im weiteren Verlauf der Saison helfen. In den ersten Rennen ist die Gefahr deshalb umso größer, dass wir von den alten Autos geärgert werden.

Sport1.de: Das Qualifying wurde ebenfalls geändert. Im neuen vierten Durchgang hat man nur eine Fahrt. Birgt das Schwierigkeiten?

Scheider: Ich sehe das Ganze sehr kritisch und warte noch auf das letztendliche Reglement fürs Wochenende, um zu wissen, was da wie wirklich funktioniert. Von dem was ich weiß, gibt es in dem letzten Segment einfach zu viele Unwägbarkeiten, die man momentan nicht voraussehen kann.

Sport1.de: Aber hat die Änderung nicht auch Vorteile?

Scheider: Um ehrlich zu sein, sehe ich da derzeit noch keine Spannungssteigerung. Ich weiß nicht, wofür man das jetzt braucht. Es ist eine taktische Frage, ob ich genügend Benzin in Q3 mitnehme oder eben nicht. Aber bei dem Reglement, was wir dieses Jahr haben, sehe ich uns hier und da gezwungen an die Grenze der Benzinmenge zu gehen, um überhaupt noch in Q4 zu kommen. Natürlich ist dass ein Risiko, das man am Ende nicht genug Benzin hat. Das könnte natürlich passieren.

>> Hier geht es zu Teil 2 des Interviews der Woche!

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