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In 86 Rennen belegte Timo Scheider acht Mal einen Podestplatz © getty

Im zweiten Teil des Interviews der Woche spricht Scheider über seine teaminternen Herausforderer und seine Lieblingsstrecke.

Von Andreas Kloo

Timo Scheider kürte sich 2008 erstmals zum DTM-Champion und startet am Wochenende in Hockenheim die Mission Titelverteidigung.

Im zweiten Teil des Interviews der Woche von Sport1.de spricht der Lahnsteiner über den Druck und die Herausforderung, der Gejagte zu sein, seine teaminternen Herausforderer und seine Lieblingsstrecke.

Sport1.de: Sind Sie mit ihrer Vorbereitung und den Tests zufrieden?

Scheider: Bis jetzt bin ich recht zufrieden gewesen. In Hockenheim bin ich an allen Tagen in meinem Auto oder im Testauto viel zum Fahren gekommen. Wie gut wir wirklich sind, werden wir beim Saisonstart sehen. Dann wird zum ersten Mal der Moment kommen, in dem wir alle unsere wahre Performance zeigen.

Sport1.de: Wie ist das für Sie, dass sie als Titelverteidiger starten?

Scheider: Die eigene Erwartungshaltung und die vom Umfeld hat sich mit dem Titelgewinn geändert. Das ist einfach so, dass nach dem Erfolg von 2008 die Anforderungen ganz anders sind. Demzufolge macht man sich selber Druck. Aber mit dem Titelgewinn von 2008 haben wir den größten Druck erstmal abgelegt und es den Zweiflern bewiesen. Das war das Wichtigste.

Sport1.de: Welche Vorteile hat das jetzt?

Scheider: Das bedeutet, wenn es mal hier und da nicht zu 100 Prozent läuft, muss man nicht sofort den Kopf in den Sand stecken und sich deprimiert eingraben und glauben, dass man es nicht kann. Man hat konstant über das ganze Jahre bewiesen, dass man es beherrscht. Ich freue mich auf die neue Saison. Es ist eine neue Herausforderung, der Gejagte zu sein. Die Nummer eins auf dem Auto zu tragen ist natürlich eine Ehre und ich hoffe, dass ich die Nummer verteidigen darf.

Sport1.de: Wer werden die größten Konkurrenten sein?

Scheider: Ich habe große Gegner im eigenen Team. Mathias Eckström als zweifacher Titelgewinner will natürlich auch nicht, dass ich schneller fahre als er. Und Martin Tomczyk und Tom Kristensen sind auch gute Sieg-Kandidaten. Deshalb muss ich mich erstmal im eigenen Team durchsetzen. (Der Rennkalender)

Sport1.de: Und was erwarten Sie von den Mercedes-Piloten?

Scheider: Paul di Resta und Gary Paffett, den ich sehr schätze als Fahrer, können gefährlich werden. Was Ralf Schumacher und Bruno Spengler am Ende bringen, wird sich zeigen. Spengler sehe auf einem guten Niveau, was den Speed angeht - wenn er einen guten Einstieg findet. Ralf hat vom Speed her während des Jahres die Möglichkeit, auch aufs Podium zu fahren. (Schumacher will sein Meisterstück machen)

Sport1.de: Podium schon, aber den Kampf um den Titel trauen sie ihm nicht zu?

Scheider: Wenn er das schafft, würde er mich sehr positiv überraschen. Ich muss den Hut vor den Entscheidung ziehen, dass er sich ins aktuelle Auto setzt. Bei ihm ist der Leistungsdruck natürlich extrem hoch, jeder wird gucken und mit dem Finger auf ihn zeigen

Sport1.de: Was trauen Sie Susie Stoddart zu, die als Frau ja jetzt schon seit einigen Jahren mitmischt?

Scheider: Sie ist eine sehr gute Rennfahrerin. Gerade im Zweikampf verteidigt sie sehr clever und überlegt ihre Position ? und das niemals mit unfairen Mitteln, sondern nur hart und mit Ellbogen. Sie müsste auch nicht als "Mädchen" behandelt werden. Die Erfahrung mache ich auch mit unserer neuen Fahrerin Katherine Legge. Ihr fehlten bei den Winter-Tests noch das ein oder andere an den Basics, aber ich sehe sie mittlerweile auf Augenhöhe mit der Susie.

Sport1.de: Haben Sie im Rennkalender für die kommende Saison eigentlich eine Lieblingsstrecke?

Scheider: Ich bin immer gerne in Zandvoort gefahren. Das ist auch in diesem Jahr eine der anspruchsvollsten Strecken. An Hockenheim habe ich sehr gute Erinnerungen. Aber ich freue mich natürlich auch auf mein "Heimspiel" am Nürburgring, wo dann auch meine Freunde und Fans da sein werden.

Sport1.de: Würden Sie sich eigentlich mehr Hersteller in der DTM wünschen als nur Audi und Mercedes?

Scheider: Natürlich wäre es besser, mehrere Hersteller zu haben. Das würde der DTM gut tun. Allerdings ist das in der momentanen Wirtschaftskrise sehr schwierig zu realisieren. Unser Sport ist auch mit zwei Herstellern faszinierend und spannend. Über eine Million Zuschauer auf den Rängen sind ein guter Beweis für die Attraktivität unserer Serie.

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