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Wolfgang Ullrich geht mit Audi als Titelverteidiger in die neue Saison © imago

Trotz der Wirtschaftskrise setzen die Ingolstädter voll auf die Karte DTM. Die Tourenwagenserie wird 2010 in China starten.

München - Finanzkrise, Absatzflaute, Kurzarbeit, Entlassungen - trotz der schwierigen Wirtschaftslage hat die Audi AG ein klares Bekenntnis für eine Fortsetzung des Engagements in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) abgegeben.

"Der Sport, den die DTM bietet, ist spannend und spektakulär. Deshalb ist mir nicht bange um diese Serie", sagte Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich vor dem Saisonauftakt 2009 am Sonntag (Qualifying, Sa., 13.30 Uhr LIVE).

Ullrich weiter: "Im Übrigen sehe ich weit und breit keine vergleichbare Alternative. Es ist die beste Tourenwagen-Serie Europas."

Er wies aufkommende Ausstiegsgerüchte entschieden zurück (Der Rennkalender 2009).

Laut Ullrich wird derzeit intensiv daran gearbeitet, die Kosten weiter zu reduzieren - durch das Format der Zwei-Tages-Veranstaltung, aber auch mit Hilfe eines neuen Reglements: "Wenn das gelingt, kann die DTM gestärkt aus der Krise hervorgehen."

Mit neuen Regeln wolle man laut Ullrich anderen Herstellern den Einstieg erleichtern. Neben Audi ist derzeit nur Mercedes in der DTM engagiert. Ullrichs Aufruf an andere Autobauer: "Es gibt nur wenige Rennserien, die eine derart gute Kosten-Nutzen-Rechnung bieten."

Verantwortung für 8000 Arbeitsplätze

Trotz der Auslandsrennen sei Deutschland der Kernmarkt der DTM, sagt der Audi-Sportchef. Die Fans würden die Serie lieben, und eine Alternative zur DTM gebe es nicht.

Ullrich: "Wir sind unserer Verantwortung sehr bewusst. Am Thema DTM und ihren Partnerserien hängen direkt und indirekt rund 8000 Arbeitsplätze."

Die Erfolge auf der Rennstrecke wirken sich für Audi auch beim Autoverkauf sehr positiv aus. Der Vorstand untersucht permanent die Zusammenhänge zwischen dem Motorsport-Engagement und den Verkäufen.

Ullrich: "Hier lässt sich ganz klar ablesen, dass die Marke Audi dann besonders gut dasteht, wenn sie im Motorsport besonders erfolgreich war."

2010 DTM-Lauf in Schanghai

Stolz verweist Ullrich darauf, dass die sportlichen Erfolge in der DTM und in Le Mans dazu beigetragen haben, dass die Marke Audi die weltweite Nummer eins im Premiumsegment ist.

In China habe man gerade einen Absatzrekord erzielt. Dazu passt es, dass die DTM 2010 einen Meisterschaftslauf in Schanghai austragen wird.

Ein Sponsor für diese Veranstaltung wurde gefunden, die Verträge liegen bereit. Das erfuhr der "Sport-Informationsdienst" aus Kreisen des ITR-Vorstandes, der in der DTM für die Vermarktung und Organisation zuständig ist.

Budgetdeckel kein Thema

Ein Einheitsbudget wie in der Formel-1-WM hält Ullrich für den falschen Weg.

Er glaube nicht, dass es die Aufgabe eines Verbandes sein sollte, Etats zu kontrollieren.

Der Audi-Sportchef fordert in der DTM aber weitere Einsparungen: "Insbesondere die Autos müssen kostengünstiger werden. Wir wollen es anderen Automobilherstellern auch leichter machen, in die DTM einzusteigen. Wenn man weniger Autos einsetzen muss, sinken automatisch die Kosten."

Hattrick als Ziel

Während bei Rivale Mercedes-Benz Zugpferd Ralf Schumacher im Blickpunkt steht (Schumacher will sein Meisterstück machen), verfolgt Audi eine andere Philosophie: Der Star ist die Mannschaft.

Und damit haben die Ingolstädter die Schwaben überholt. Nach den Titelgewinnen durch Mattias Ekström (Schweden) 2007 und Timo Scheider (Scheider im Sport1.de-Interview)2008 will Audi in dieser Saison als erster Hersteller den Hattrick schaffen (Audi peilt DTM-Hattrick an).

Psycho-Duell eröffnet

Das Psycho-Duell ist jedenfalls schon eröffnet. "Klar bekommt Mercedes durch Ralf Schumacher eine große Medienresonanz. Aber für Schlagzeilen gibt es keine Meisterschaftspunkte", sagt Ullrich.

Er stichelt: "Uns geht es darum zu zeigen, dass Audi die besten Autos baut und mit einem sympathischen Team erfolgreich ist. Schlagzeilen um der Schlagzeilen willen, das ist nicht unser Ansatz."

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