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Mercedes-Pilot Jamie Green gewann bereits 2008 auf dem Norisring © imago

Vorjahressieger Jamie Green siegt in Nürnberg in einem Jahreswagen. Er düpiert den DTM-Führenden zwei Runden vor Schluss.

Nürnberg - Jamie Green hat in einer echten Sternstunde der DTM die Mercedes-Siegserie auf dem Norisring ausgebaut und dem Rivalen Audi beim Heimspiel die siebte Niederlage in Folge beigebracht.

In einer spektakulären Schlussphase des 3. von 10 Läufen der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft setzte sich der Vorjahressieger aus Großbritannien diesmal sogar in einem "Jahreswagen" vor seinem kanadischen Teamkollegen Bruno Spengler sowie den beiden Audi-Piloten Mattias Ekström und Timo Scheider durch.

Begeisterter Haug

"Das war das beste Tourenwagen-Rennen, das es je gab. Ich bin begeistert, dass es so geklappt hat", schwärmte Mercedes-Sportchef Norbert Haug, nachdem Green erst zwei Runden vor Schluss die Führung von Titelverteidiger Timo Scheider übernommen hatte.

"Ich kann es gar nicht in Worte fassen", sagte der 27-Jährige nach dem fünften DTM-Erfolg seine Karriere (Der Rennkalender 2009).

"Du bist der Allergrößte"

Green hatte zu Beginn des Jahres seinen Platz in einem Neuwagen an Ralf Schumacher verloren, der als Sechster seine ersten drei Punkte holte.

"Es ist schön, dass ich es meinen Kritikern gezeigt habe", sagte Green und meinte zu Haug mit einem Grinsen: "Nicht so schlecht, oder?" Haugs Antwort: "Du bist der Allergrößte."

Den bislang einzigen Sieg eines "Jahreswagens" hatte 2007 in Oschersleben Greens Landsmann und Markenkollege Gary Paffett gefeiert, der diesmal Fünfter wurde.

Audi braucht Geduld

Audi dagegen muss auch zum 100-jährigen Firmenbestehen weiter auf den ersten Sieg am Norisring warten, seit der Franzose Laurent Aiello 2002 in einem ähnlich spannenden Finale "Mr. DTM" Bernd Schneider niedergerungen hatte.

Zudem reichte es für die Ingolstädter wieder nicht zum 50. Sieg mit einem DTM-Auto.

Scheider mit Fieber

Scheider, der mit 38 Grad Fieber von der Pole Position ins Rennen gegangen war, behauptete zumindest mit 17 Punkten und einem Zähler vor Spengler (16) die Führung in der Gesamtwertung.

"Ich war am Ende nicht mehr so schnell, wie ich es gerne gehabt hätte. Ich hätte mir gewünscht, dass ich die Führung auch noch in den letzten Runden gerettet hätte. Aber so ist Racing", sagte Scheider, der nach Green auch noch Spengler und Teamkollege Ekström passieren lassen musste.

Green hat wie Lausitz-Sieger Paffett jetzt 14 Zähler auf dem Konto. Insgesamt kamen am gesamten Wochenende 132.000 Zuschauer an den Nürnberger Dutzendteich.

Legge profitiert

Schumacher hatte sich in seinem bislang besten DTM-Qualifying eigentlich erstmals unter die besten Vier geschoben, dabei allerdings unerlaubter Weise zwei Runden zuviel gedreht. Die Rennleitung stufte den Kerpener vier Stunden nach dem Qualifying auf Startplatz acht zurück.

Profitiert hatte unter anderem die Britin Katherin Legge, die als Fünfte die beste Startposition einer Frau seit der Neugründung der DTM im Jahr 2000 holte. Beim Start kam die Audi-Pilotin aber ganz schlecht weg und fiel bereits auf den ersten Metern bis auf Platz 14 zurück und wurde am Ende Zwölfte.

Aufgewirbelter Gullydeckel

Für eine Schrecksekunde hatte am Samstag im freien Training bereits Markus Winkelhock gesorgt, dessen A4 bei Tempo 244 einen Gullydeckel aufwirbelte. Dabei wurde das Auto heftig beschädigt,

Winkelhock blieb aber unverletzt und konnte dank einer Nachtschicht seines Teams dennoch im Rennen starten.

Wie im Juli 2004 beim Einladungsrennen in Shanghai, wo es einen ähnlichen Vorfall gegeben hatte, wurden in einer zweistündigen Pause alle Gullydeckel auf dem 2,3 Kilometer langen Stadtkurs verschraubt und verschweißt.

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