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Ralf Schumacher fuhr in der Formel 1 je sechs Siege und Pole Positions ein © getty

Bei Mercedes steht Ralf Schumacher hoch im Kurs, doch "Resultate entscheiden" über sein Bleiben. Haug sieht den Erfolg kommen.

München - Es ist ruhig geworden um Ralf Schumacher. Doch im Schatten der großen Sebastian-Vettel-Euphorie kommt der ehemalige Formel-1-Pilot in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) langsam voran.

Schumacher bleibt aber auch nach seinem bislang besten Ergebnis, dem sechsten Rang auf dem Nürnberger Norisring, bescheiden. (Der Rennkalender 2009)

"Ich muss noch einen weiten Weg gehen, um von einem Durchbruch sprechen zu können", sagt Schumacher vor dem nächsten DTM-Rennen am Sonntag (14 Uhr) in Zandvoort.

"Keine leichte Aufgabe"

DTM-Boss Hans Werner Aufrecht traut Ralf Schumacher sogar noch einen Sieg in diesem Jahr zu. Doch der Mercedes-Star selbst ist da eher vorsichtig: "Es geht dieses Jahr sehr eng zu. Aus diesem Grund ist ein Sieg keine leichte Aufgabe für mich, aber ich arbeite dran, ganz klar."

Mercedes-Sportchef Norbert Haug, der Schumacher vor einem Jahr in die DTM geholt hatte, hält viel von seinem Fahrer - auf und auch neben der Rennstrecke.

Dass der einstmals arrogante "Rolex-Ralf" nun sogar zum Publikumsliebling geworden ist, überrascht Haug deshalb nicht: "Ralf ist authentisch, und das merken die Menschen um in herum, ob innerhalb oder außerhalb des Teams."

Springt das Zugpferd ab?

Trotz des Lobes von allen Seiten steht Schumachers DTM-Zukunft derzeit in den Sternen. Aufrecht, der immer die große Bedeutung von bekannten Fahrern für die DTM unterstreicht, würde den 34-Jährigen am liebsten für die nächsten fünf Jahre binden.

Doch die Gefahr, dass sein Zugfperd abspringt, ist groß.

"Das werden wir am Ende der Saison, in Abhängigkeit meiner Resultate entscheiden", sagt Schumacher: "Wenn es Sinn macht, weiterzufahren, dann würde ich das natürlich ohne zu überlegen gerne tun."

Pessimistisch nach Zandvoort

Doch zunächst gilt Schumachers Konzentration dem Rennen auf dem Dünenkurs im niederländischen Zandvoort.

Der Mercedes-Pilot stapelt allerdings tief: "Wir haben nach dem besseren Abschneiden auf dem Norisring zehn Kilo mehr als Audi an Gewicht, und zum anderen ist Zandvoort nicht gerade unsere stärkste Rennstrecke, was die Statistik angeht."

Haug glaubt an Schumacher. "Wichtig ist, zu sehen, dass es Ralf kann, sein Erfolg wird auch in der DTM kommen, so wie früher in der Formel 1", sagt der Mercedes-Sportchef.

Drei Rennen, drei Sieger

Sein prominentester Fahrer habe längst in der DTM ein neues Zuhause gefunden: "Er fühlt sich wohl, ist enorm ehrgeizig und weiß, dass die Nähe zum Zuschauer Konzept in der DTM ist."

Für Schumacher ist das Konzept der DTM perfekt, auch wenn seit Jahren nur Audi gegen Mercedes antritt: "Was die Spannung betrifft - das haben wir am Norisring gesehen - kann man auch mit nur zwei Herstellern megaspannende DTM-Rennen erwarten."

In der Tat: In den ersten drei Rennen gab es drei verschiedene Sieger. Zum Auftakt in Hockenheim gewann Audi-Pilot Tom Kristensen (Dänemark), in der Lausitz siegte der Brite Gary Paffett in seiner Mercedes C-Klasse, und zuletzt auf dem Norisring triumphierte sein Landsmann und Markenkollege Jamie Green. (Green gewinnt Herzschlag-Finish)

In der Gesamtwertung hat aber noch Titelverteidiger Timo Scheider (Braubach/Audi) die Nase vorn. Schumacher: "In der DTM zu gewinnen, ist schwieriger als ich es aus der Formel 1 kenne."

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