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Gary Paffett gewann auch 2005 in Zandvoort - und danach den DTM-Titel © imago

Der britische Mercedes-Pilot ist nach seinem Sieg von Zandvoort auch in der Gesamtwertung vorn. Ekström wird vorgewunken.

Zandvoort - Gary Paffett hat die Mercedes-Siegesserie in der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) fortgesetzt und den Rivalen Audi erstmals seit zwei Jahren von der Spitze verdrängt.

Der 28 Jahre alte Brite feierte in Zandvoort/Niederlande seinen zweiten Saisonerfolg. (Der Rennkalender 2009)

Für die Silberpfeile war es schon der dritte Sieg hintereinander, Audi stand damit ausgerechnet am Wochenende der großen 100-Jahr-Feier mit leeren Händen da.

Ergebnisse ausgesetzt

Zu allem Überfluss mussten sich die Ingolstädter noch wegen Stallorder bei der DTM-Rennleitung verantworten. Die Ergebnisse wurden bis zur endgültigen Klärung ausgesetzt.

In der DTM-Gesamtwertung übernahm Paffett nach dem 4. von 10 Saisonläufen mit 24 Punkten die Führung. Damit musste Audi erstmals seit 19 Rennen in Serie den Platz auf dem DTM-Thron räumen.

Letzter Mercedes-Spitzenreiter war der fünfmalige Meister Bernd Schneider nach dem Rennen auf dem Norisring am 24. Juni 2007.

Scheider nur noch geteilter Dritter

Paffett verwies den zweimaligen Meister Mattias Ekström aus Schweden im Audi A4 auf den zweiten Platz. Dritter wurde der Brite Olivier Jarvis in einem weiteren Audi A4, der als erster Fahrer der DTM-Geschichte in einem Jahreswagen auf der Pole Position gestanden hatte. (Quali: Jarvis macht die Neuwagen rund)

Für Paffett war es schon der zweite Erfolg in dieser Saison nach dem Rennen in der Lausitz und der insgesamt 12. Sieg seiner DTM-Karriere.

In der DTM-Wertung führt Paffett jetzt mit zwei Punkten vor Ekström (22).

Scheider fällt auf Platz vier zurück

Vier Fahrer wurden von der Rennleitung nachträglich aus der wertung genommen.

Das Fahrzeug von Markus Winkelhock hatte nach der Zieldurchfahrt weniger als ein Kilogramm Sprit im Tank.

Christian Bakkerud erschien nicht zum Wiegen nach dem Rennen. Alexandre Prémat und Timo Scheider (Braubach/Audi) sind zwar aufgetaucht, aber deutlich zu spät.

Titelverteidiger Scheider fällt damit in der Gesamtwertung von der Spitzenposition auf Rang vier zurück. Mercedes-Pilot Bruno Spengler rangiert vor ihm auf Platz drei. Der Kanadier wurde im Rennen Vierter.

Praktisch ohne Gegenwehr

Ärger gab es nach dem Rennen um die vermeintliche Stallorder bei Audi, Ekström wurde in den Schlussrunden von seinen Kollegen praktisch ohne Gegenwehr nach vorne gespült. "Das gefällt mir als Sportsmann ganz sicher nicht", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Wolfgang Ullrich verteidigte dieses Maßnahme. "Alle haben heute gesehen, dass Ekström sehr schnell gefahren ist. Das war der Grund, warum er unser bester Fahrer war", sagte der Audi-Sportchef.

Also keine Teamorder? Ullrich: "Ich finde diese ganze Diskussionen über Stallorder nicht gut, denn Strategie gehört zum Motorsport dazu." Auch Ekström konnte die Aufregung nicht verstehen. "Am Ende des Tages kämpfen alle für Audi, es geht ja schließlich um den Titel", sagte der Schwede.

Dickes Lob von Haug

Sieger Paffett war das egal, er fiel seiner Frau überglücklich in die Arme und feierte seinen Triumph. "Ich war schnell vorne und bin allen weggefahren. Klar sind wir für den Titel bereit, das ist das Ziel", sagte der Brite.

Auch 2005 gewann Paffett in Zandvoort, und am Ende der Saison war er DTM-Champion. Ein gutes Omen.

Ein dickes Lob gab es von Haug: "Gary ist gefahren wie ein echter Champion, er war eine Klasse für sich. Wir sind stolz auf ihn." (Schumacher bringt sich in Ergebniszwang)

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