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Mattias Ekström gewann 2004 und 2007 die Deutsche Tourenwagen Meisterschaft © imago

Der DMSB untersucht sämtliche Renndaten. Zwei Indizien sprechen klar gegen das Team. Das offizielle Rennergebnis steht noch aus.

München - Auch einen Tag nach dem Skandalrennen der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) in Zandvoort/Niederlande (Der Rennkalender 2009) gab es noch kein offizielles Endergebnis.

Der Deutsche Motor Sport Bund (DMSB) untersucht derzeit den Vorwurf der Teamorder gegen Audi.

"Die Zusammenstellung der Fakten und deren Bewertung wird einige Tage in Anspruch nehmen, sodass das Ergebnis derzeit vorläufigen Charakter hat und nicht vor Mittwoch veröffentlicht wird", sagte DMSB-Automobilsportchef Christian Schacht.

Zweifel an Positionsveränderungen

In der Schlussphase des vierten Saisonlaufs war der zweimalige Meister Mattias Ekström (Schweden) leicht an den Audi-Markenkollegen Oliver Jarvis (Großbritannien) und Alexandre Premat (Frankreich) vorbeigefahren und hatte hinter dem Sieger Gary Paffett (Großbritannien) im Mercedes den zweiten Rang (Paffett entreißt Audi das Zepter) belegt.

Nach der Analyse der Rundenzeiten der drei Audi-Piloten direkt nach dem Rennen waren den Rennkommissaren Zweifel gekommen, wie die Positionsveränderungen in der Schlussphase zustande gekommen sind.

Artikel S20.2 könnte greifen

Daher wurden laut Schacht alle Datenaufzeichnungen der betreffenden Fahrzeuge sichergestellt sowie die Fahrer und Teammanager befragt. Die DMSB-Spezialisten untersuchen nun Daten wie Geschwindigkeit, Beschleunigung und Verzögerung sowie den Funkkontakt aller beteiligten Fahrer.

Nach Meinung des DMSB und der Sportkommissare hat Audi gegen den Artikel S20.2 des sportlichen Reglements der DTM verstoßen.

Darin heißt es: Stallregie, die das Rennergebnis verfälscht, ist verboten. Deshalb erklärte der DMSB am Sonntag um 15.47 Uhr das Ergebnis ab Platz zwei hinter Paffett als vorläufig.

Funkverkehr abgeklemmt

Ein weiteres Indiz, das gegen Audi spricht, ist die Tatsache, dass dem übertragenden Sender ARD der Funkverkehr vom Kommandostand in der 31. Runde abgeklemmt wurde. Zu diesem Zeitpunkt lag Jarvis auf Platz zwei noch 5,4 Sekunden vor Ekström.

Vier Stunden nach dem Rennen waren bereits die Audi-Piloten Premat, Markus Winkelhock (Berglen-Steinach) und Titelverteidiger Timo Scheider (Braubach) wegen diverser anderer Regelverstöße disqualifiziert worden.

In der DTM-Wertung übernahm Paffett durch seinen zweiten Saisonerfolg die Führung vor Ekström.

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