vergrößernverkleinern
Martin Tomczyk fuhr sein erstes DTM-Rennen 2001 auf dem Hockenheimring © imago

Audi-Pilot Martin Tomczyk bläst zur Aufholjagd a la Vettel: In Brands Hatch will er sich "mindestens einen Mercedes schnappen".

München - Martin Tomczyk hat sein Kämpferherz entdeckt. Mit der Moral, mit der Sebastian Vettel in der Formel 1 noch immer dem WM-Titel hinterherjagt, will der Audi-Pilot jetzt in der deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) seine Chance nutzen.

Zwar liegt der Rosenheimer als Gesamtfünfter bereits 14 Punkte hinter dem führenden Teamkollegen und Titelverteidiger Timo Scheider (Braubach) zurück, doch es sind noch vier Rennen zu fahren.

Und bei seinem ersten Saisonsieg zuletzt auf dem Nürburgring hat der Bayer gezeigt, dass er für so manche Überraschung gut ist.

Zwei Stern-Fahrer im Blick

Deshalb will Tomczyk am kommenden Sonntag (14 Uhr MESZ LIVE) bei dem DTM-Gastspiel in Brands Hatch seine Aufholjagd fortsetzen. Ganz so wie es Vettel eine Woche zuvor im belgischen Spa gelungen ist, als er den Rückstand auf nun 19 Zähler verkürzte.

"Die beiden nächsten Piloten, die ich in der Tabelle überholen kann, sind Mercedes-Fahrer. Mindestens einen will ich mir schon am nächsten Wochenende in Brands Hatch schnappen", sagt der Rosenheimer.

Auch Wolfgang Ullrich traut seinem Fahrer noch einiges zu: "Wir wissen ganz genau, dass in ihm großes Potenzial steckt. Das hat er zuletzt am Nürburgring wieder eindrucksvoll bewiesen. Dort hat er ein ganzes Wochenende lang überzeugt", sagt der Audi-Sportchef: "Leider ist sein Saisonbeginn sicherlich nicht ganz nach Wunsch gelaufen." (BMW zurück in die DTM?)

"Podium muss das Ziel sein"

Die Triumphfahrt auf dem Nürburgring und Vettels Moral in der Formel 1 haben Tomczyk einen Extra-Schub gegeben.

"Auf jeden Fall soll es für mich oben weitergehen. Nach den Erfolgen in den letzten Rennen sind die Erwartungen hoch, da muss ein Platz auf dem Podium für mich das Ziel sein", sagt der 27-Jährige.

An Brands Hatch hat Tomczyk durchaus gute Erinnerungen. Bislang ist er auf dem kürzesten Kurs im DTM-Kalender (1,929 km) jedes Mal in die Punkte gefahren. "Weil der Kurs so klein ist, gerät man nach den Boxenstopps sehr leicht in den Verkehr. Da ist eine perfekte Strategie des Teams gefragt, um freie Bahn zu haben", sagt der Audi-Pilot. (DATENCENTER: Der Rennkalender)

Keine Zeit zum Verschnaufen

Deshalb sei eine gute Startposition dort doppelt wertvoll: "Überholen wird nämlich ganz schön schwierig."

Insgesamt 93 Runden werden in Brands Hatch gefahren, dort wird den Fahrern fast schwindelig, und es bleibt praktisch keine Zeit zum Verschnaufen.

Tomczyk: "Das Rennen in Brands Hatch zählt mit so vielen Runden zu den härtesten des Jahres. Es gibt nicht eine Sekunde Erholung, sogar die Start-Ziel-Gerade ist eine leichte Kurve. Als Fahrer muss man da den perfekten Kompromiss finden."

Langsam in die Gänge gekommen

Von den Ergebnissen in diesem Jahr ist Tomczyk nur langsam in die Gänge gekommen, auch wenn er selbst versichert, vom Start weg hellwach gewesen zu sein.

Aber in den ersten beiden Rennen habe die Technik nicht mitgespielt, und auf dem Norisring sei halt irgendwie der Wurm drin.

Seitdem läuft es bei ihm allerdings wie geschmiert: "Ich fahre dort, wo ich meiner Meinung nach hingehöre. Und von den verbleibenden vier Strecken sind drei nach meinem Geschmack."

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel