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Das BMW-Team beendet in diesem Jahr nach vier Jahren sein Formel-1-Engagement © getty

Mercedes und Audi bleiben in der DTM zumindest bis 2011 unter sich. Einstiegspläne eines dritten Teams haben sich zerschlagen.

München - Die Deutsche Tourenwagen-Meisterschaft DTM bleibt ein Fall für Zwei. "Im nächsten Jahr wird kein weiterer Hersteller in die DTM kommen", sagte Mercedes-Sportchef Norbert Haug.

Damit haben sich die zuvor gehegten Hoffnungen auf einen Einstieg von BMW zerschlagen. Schon seit Jahren sind nur Audi und Mercedes werksseitig in der DTM engagiert, und daran wird sich auch 2010 nichts ändern. (DATENCENTER: Rennergebnis Brands Hatch)

Spekulationen um Citroen und Peugeot

BMW hatte vor wenigen Wochen den Ausstieg aus der Formel 1 zum Saisonende verkündet. Deshalb hatte es Spekulationen gegeben, die Münchner könnten künftig in der DTM starten. Schwerpunkt für BMW dürfte im Motorsport aber auch weiterhin der Einsatz in der Tourenwagen-WM sein.

Neben BMW wurden zuletzt die französischen Automobilhersteller Citroen und Peugeot als DTM-Kandidaten gehandelt. Auch Toyota wäre wohl ein Interessent, falls die Japaner ebenfalls aus der Formel 1 aussteigen.

Drittes Team frühestens 2011

Allerdings könne es laut Haug nun erst zur Saison 2011 einen dritten Hersteller geben. Deshalb habe die DTM-Führung die Regeln für 2010 unverändert gelassen. "Da für 2011 ein neues Technisches Reglement in Planung ist, das es anderen Automobilherstellern erleichtern soll, in die DTM einzusteigen, ist das Einfrieren der Technik für die Saison 2010 ein absolut sinnvoller Schritt", meinte Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich.

"Unser Haus hat sich für die DTM entschieden und ist voller Überzeugung am Start", sagte Haug und rechtfertigte das Engagement. Das Reglement bleibe unverändert, um weitere Kosten einzusparen: "Wir haben uns nach stark reduziertem Budget in der laufenden Saison erneut einen Schritt von mindestens minus 30 Prozent für 2010 vorgenommen." Damit würde der Etat künftig bei nur noch geschätzten 20 Millionen Euro liegen.

Prominenz als Zugpferd

Umso wichtiger sind prominente Fahrer für die DTM. Seit 2008 ist Ralf Schumacher das Zugpferd der Serie. In der DTM ist aus dem einst oft arrogant wirkenden Formel-1-Piloten ein Publikumsliebling geworden.

"Ralf hat in der DTM ein Betätigungsfeld gefunden, das ihn begeistert - und die Zuschauer sind von seiner Präsenz begeistert, und das ist wichtig", sagt Haug über seinen Star.

Nachdem "Schumi II" in seiner Premieren-Saison im gebrauchten DTM-Silberpfeil über die Runden kommen musste, darf er in diesem Jahr eine aktuelle C-Klasse fahren. Ein Sieganwärter ist er aber immer noch nicht.

Zukunft Asien, Heimat Deutschland

Für Haug ist es keine Überraschung, dass Schumacher nur langsam in Fahrt kommt.

"Ich bin sicher, dass es für Formel-1-Fahrer nicht leicht ist, sich in ein DTM-Auto zu setzen und konkurrenzfähige Zeiten zu fahren", sagt der Mercedes-Sportchef. Haug will Ralf Schumacher auf jeden Fall auch nächstes Jahr in der DTM sehen: "Klar, und nicht nur ich."

Obwohl Asien der Automarkt der Zukunft ist, bleibt Deutschland die Heimat der DTM, sagt Haug (DATENCENTER: Der Rennkalender).

Trotzdem sollen Auslandsrennen auch in Zukunft zum Konzept gehören: "Hier ist jede Weiterentwicklung vorstellbar, sofern die Veranstaltungen nicht mehr Geld als die deutschen Rennen kosten."

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